Wassersport auf Teneriffa: Die besten Spots, Aktivitäten und Tipps
Teneriffa ist wie geschaffen für Wassersport. Rund um die Insel treffen vulkanische Küsten, offene Atlantikwellen, geschützte Buchten und zuverlässige Windgebiete aufeinander. Dadurch unterscheiden sich die Bedingungen teilweise schon nach wenigen Kilometern erheblich. Während El Médano zu den bekanntesten Adressen für Wind- und Kitesurfer gehört, zieht Playa de las Américas Wellenreiter an. Ruhigere Küstenabschnitte eignen sich dagegen hervorragend für Stand-up-Paddling, Kajakfahren und Schnorcheln.
Ein weiterer Vorteil ist die lange Saison. Wassersport ist auf Teneriffa grundsätzlich das ganze Jahr möglich. Entscheidend sind weniger klassische Haupt- und Nebensaison als Wind, Wellengang, Strömung und der jeweilige Küstenabschnitt. Wer den passenden Spot zur eigenen Erfahrung auswählt, findet deshalb sowohl als Anfänger als auch als erfahrener Wassersportler interessante Möglichkeiten.
Surfen auf Teneriffa: Playa de las Américas und die Nordküste
Für klassisches Wellenreiten gehört Playa de las Américas im Süden zu den bekanntesten Surfgebieten Teneriffas. Entlang der Küste zwischen Playa de las Américas und Los Cristianos befinden sich mehrere Surfspots sowie zahlreiche Schulen und Verleihstationen. Die Bedingungen reichen von vergleichsweise zugänglichen Bereichen bis zu anspruchsvollen Reefbreaks.
Anfänger sollten hier nicht einfach an irgendeinem Punkt mit einem geliehenen Board ins Wasser gehen. Einige der bekannten Wellen brechen über vulkanischem Riff und sind für erste Surfversuche ungeeignet. Eine Surfschule kann abhängig von Wind, Swell und Gezeiten einen geeigneten Abschnitt auswählen. Für eine Gruppenstunde inklusive Brett und Neoprenanzug sind ungefähr 35 bis 60 Euro ein realistischer Orientierungswert.
Almáciga und die wilde Nordostküste
Ein völlig anderes Bild bietet die Nord- und Nordostküste. Playa de Almáciga im Anaga-Gebirge ist ein gutes Beispiel: schwarzer Sand, steile Berge und offene Atlantikwellen sorgen für eine deutlich ursprünglichere Atmosphäre als in den Ferienorten des Südens.
Gerade diese offene Lage verlangt jedoch Respekt vor dem Meer. Brandung und Strömungen können erheblich stärker sein als an geschützten Stränden. Die Nordküste ist deshalb besonders für Surfer interessant, die bereits Erfahrung mit Atlantikwellen besitzen. Im Winter erreichen häufig größere Swells die Insel.
Windsurfen und Kitesurfen in El Médano
Für Windsport ist El Médano die wichtigste Adresse auf Teneriffa. Der Küstenort liegt wenige Kilometer vom Flughafen Tenerife Sur entfernt und ist weit über die Insel hinaus als Wind- und Kitesurfspot bekannt. Rund um Playa del Médano, Playa de Leocadio Machado und El Cabezo trifft man regelmäßig Windsurfer und Kiter.
Die offene Bucht, der häufige Wind und die vorhandene Wassersport-Infrastruktur machen El Médano sowohl für Urlauber als auch für auf Teneriffa lebende Wassersportler interessant. Anfänger sollten Kitesurfen allerdings ausschließlich mit professioneller Anleitung beginnen. Kitekontrolle, Sicherheitssystem, Body Drag und Wasserstart müssen gelernt werden, bevor selbstständiges Fahren sinnvoll ist.
Bahía Kitesurf
Eine etablierte Adresse im Ort ist Bahía Kitesurf in der Calle Evaristo Gómez González 11, Local 5, 38612 El Médano. Die Schule und der Shop befinden sich nahe dem Hauptplatz. Angeboten werden Kitesurfkurse sowie Material für Kite-, Wind- und klassischen Surfsport.
Ein dreistündiger individueller Anfängerkurs wird mit etwa 145 Euro angeboten; bei Unterricht für zwei Personen liegt der Preis pro Person niedriger. Im Kurspreis sind unter anderem Kite, Board, Neoprenanzug, Helm und Sicherheitsausrüstung enthalten. Auch Haftpflicht- und Unfallversicherung gehören laut Anbieter zum Kurs. Wer bereits sicher kiten kann, kann komplettes Material tageweise mieten.
Adresse: C/ Evaristo Gómez González 11, Local 5, 38612 El Médano
Telefon: +34 922 178 557
Website: https://www.bahiakitesurf.com/
Sogni Canarias
Eine weitere Wassersportschule in El Médano ist Sogni Canarias Watersports. Zum Angebot gehören Kitesurfen, Surfen, Windsurfen und SUP. Die Schule befindet sich am Paseo Nuestra Señora Mercedes de Roja 26 und eignet sich damit ebenfalls für Besucher, die mehrere Sportarten ausprobieren möchten.
Adresse: Paseo Nuestra Señora Mercedes de Roja 26, El Médano
Telefon: +34 631 779 266
Website: https://www.sognicanarias.com/
Tauchen und Schnorcheln: Teneriffa unter Wasser
Auch unterhalb der Wasseroberfläche zeigt sich der vulkanische Ursprung der Insel. Felsformationen, Lavafelder, kleine Höhlen und Sandflächen bilden abwechslungsreiche Tauchgebiete. Je nach Tauchplatz können unter anderem Rochen, Muränen, Barrakudas, Schwarmfische und gelegentlich Meeresschildkröten beobachtet werden.
Bekannte Ausgangsgebiete zum Tauchen sind Los Cristianos, Las Galletas, Abades und Radazul. Für Menschen ohne Taucherfahrung werden sogenannte Schnuppertauchgänge oder „Bautismos de buceo“ angeboten. Solche Angebote liegen häufig ungefähr zwischen 60 und 90 Euro, abhängig von Tauchzentrum, Dauer und enthaltenen Leistungen.
Eine etablierte Adresse im Süden ist Sa Caleta Tenerife Dive Center in Los Cristianos. Ein Schnuppertauchgang wird derzeit für rund 70 Euro angeboten; auch Kurse und Tauchgänge für zertifizierte Taucher gehören zum Programm.
Adresse: Calle Finlandia, Edificio Atlántico, Local C, 38650 Los Cristianos
Wer nicht mit Flasche tauchen möchte, kann Teneriffas Unterwasserwelt beim Schnorcheln kennenlernen. Das ist deutlich günstiger und an ruhigen Tagen auch spontan möglich. Wichtig ist, geschützte Einstiegsstellen zu wählen und offene Küstenabschnitte bei starkem Wellengang zu vermeiden.
Stand-up-Paddling: ruhiger Wassersport für Einsteiger
Stand-up-Paddling (SUP) ist eine gute Wahl für Besucher, die ohne längeren Kurs aufs Wasser möchten. Ein breites Anfängerboard lässt sich relativ schnell beherrschen, sofern Meer und Wind ruhig sind. Besonders angenehm sind die frühen Vormittagsstunden, bevor der Wind stärker wird.
Für SUP sind geschützte Buchten im Süden und Südosten meist besser geeignet als offene Surfstrände. Bei ablandigem Wind sollte man dagegen nicht hinausfahren: Ein SUP bietet dem Wind eine große Angriffsfläche und kann überraschend schnell von der Küste abgetrieben werden.
Die Preise unterscheiden sich stark nach Ort und Anbieter. Bahía Kitesurf in El Médano nennt beispielsweise 8 Euro für eine Stunde beziehungsweise 15 Euro für vier Stunden SUP-Verleih. An touristischen Stränden können die Preise höher liegen.
Kajakfahren entlang der Küste
Mit dem Kajak lässt sich die Küste aus einer Perspektive entdecken, die vom Land aus kaum möglich ist. Besonders interessant sind Touren entlang vulkanischer Felsen und Klippen. Viele organisierte Kajakausflüge kombinieren die Fahrt mit einer Schnorchelpause.
Geführte Kajaktouren kosten abhängig von Dauer und Route häufig etwa 30 bis 60 Euro pro Person. Für Urlauber ohne Erfahrung ist eine organisierte Tour oft die bessere Wahl, weil der Guide lokale Wind- und Strömungsverhältnisse kennt.
Wer lieber selbst paddelt, findet ebenfalls günstige Mietmöglichkeiten. Bahía Kitesurf vermietet beispielsweise Zweierkajaks in El Médano zu ähnlichen Preisen wie SUP-Boards. Solche kurzen Ausflüge sind vor allem an Tagen mit wenig Wind interessant.
Jetski, Parasailing und Action in Costa Adeje
Wer Geschwindigkeit sucht, findet vor allem an der touristisch erschlossenen Südwestküste zahlreiche Angebote. Rund um Puerto Colón in Costa Adeje starten Jetski-Touren, Parasailing-Ausflüge und verschiedene andere Aktivitäten auf dem Wasser.
Geführte Jetski-Touren bewegen sich je nach Dauer und Anbieter häufig im Bereich von etwa 70 bis 150 Euro pro Jetski. Parasailing kostet meist ungefähr 40 bis 70 Euro pro Person. Bei diesen Aktivitäten lohnt es sich, genau zu vergleichen, ob der angegebene Preis pro Person oder pro Fahrzeug gilt und wie lange die tatsächliche Zeit auf dem Wasser ist.
Segeln, Bootstouren und Walbeobachtung
Wer den Atlantik lieber ohne sportliche Anstrengung erlebt, findet auf Teneriffa eine große Auswahl an Segel- und Bootsausflügen. Besonders viele Touren starten in Puerto Colón, Los Cristianos und Los Gigantes. Ein Schwerpunkt ist die Beobachtung von Walen und Delfinen in den Gewässern zwischen Teneriffa und La Gomera.
Große Katamarane bieten meist mehr Platz und vergleichsweise günstige Plätze, während kleine Segelyachten ein ruhigeres und persönlicheres Erlebnis ermöglichen. Für mehrstündige Gruppenausflüge sind ungefähr 35 bis 80 Euro pro Person ein realistischer Preisrahmen. Private Charter sind erheblich teurer.
Welche Wassersportart passt zu wem?
- Anfänger: SUP, Schnorcheln, Kajak oder ein professioneller Surfkurs.
- Familien: geschützte Buchten, SUP, Kajaktouren und Bootsausflüge.
- Actionfans: Kitesurfen, Windsurfen, Jetski und Parasailing.
- Erfahrene Surfer: Playa de las Américas sowie ausgewählte Spots an der Nordküste.
- Taucher: Los Cristianos, Las Galletas, Abades und Radazul.
- Wind- und Kitesurfer: El Médano ist die wichtigste Adresse der Insel.
Wann ist die beste Zeit für Wassersport auf Teneriffa?
Wassersport ist auf Teneriffa ganzjährig möglich, allerdings verändern sich die Bedingungen. Im Winter erreichen häufiger größere Atlantik-Swells die Insel, weshalb diese Monate für erfahrene Wellenreiter besonders interessant sind. Für Anfänger können ruhigere Tage im Sommer angenehmer sein.
Beim Kitesurfen und Windsurfen in El Médano ist die aktuelle Windprognose wichtiger als der Kalendermonat. Für SUP, Kajak und Schnorcheln sollte man dagegen möglichst Tage mit wenig Wind und geringem Wellengang auswählen.
Praktische Tipps für Wassersport auf Teneriffa
- Vor dem Start immer Wind, Wellen und lokale Warnhinweise kontrollieren.
- Bei Surf- und Kitespots die lokalen Regeln und Ein- und Ausstiegsbereiche beachten.
- Als Anfänger Unterricht nehmen, statt ausschließlich Material auszuleihen.
- Bei Kursangeboten prüfen, ob Neoprenanzug, Board, Sicherheitsausrüstung und Versicherung im Preis enthalten sind.
- Wasserfesten Sonnenschutz verwenden – die UV-Strahlung wird auf dem Meer leicht unterschätzt.
- Bei SUP und Kajak besonders auf ablandigen Wind achten.
- Bei starkem Wellengang nicht allein an felsigen Küsten schnorcheln.
Fazit: Teneriffa bietet Wassersport für fast jedes Niveau
Die Stärke Teneriffas liegt in der Vielfalt. Wer Windsurfen oder Kitesurfen möchte, findet in El Médano ausgezeichnete Voraussetzungen. Playa de las Américas gehört zu den wichtigsten Surfgebieten der Insel, während die offene Nordküste erfahrene Wellenreiter anspricht. Taucher finden rund um Los Cristianos, Las Galletas, Abades und Radazul interessante vulkanische Unterwasserlandschaften.
Für einen entspannten Einstieg eignen sich SUP, Schnorcheln und Kajakfahren. Wer dagegen vor allem Geschwindigkeit und Unterhaltung sucht, findet in Costa Adeje Jetski und Parasailing. Damit eignet sich Teneriffa nicht nur für klassischen Badeurlaub: Die Insel bietet genügend unterschiedliche Bedingungen, um den Atlantik bei jedem Aufenthalt auf eine neue Art zu erleben.
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