Teneriffa im Vergleich zu anderen Kanareninseln
Wer zum ersten Mal auf die Kanaren reist, steht schnell vor der Frage: Welche Insel passt am besten zu meinem Urlaub? Teneriffa ist die größte Insel des Archipels und bietet eine ungewöhnlich breite Mischung aus Stränden, Städten, Vulkanlandschaften, Wandergebieten und großen Ferienorten. Genau diese Vielseitigkeit unterscheidet sie von Fuerteventura, Lanzarote, Gran Canaria oder den kleineren westlichen Inseln.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Teneriffa für jeden die beste Wahl ist. Wer kilometerlange Sandstrände sucht, findet auf Fuerteventura bessere Bedingungen. Für spektakuläre Vulkanlandschaften auf kleinem Raum ist Lanzarote interessant, während La Gomera und La Palma besonders Wanderer ansprechen. Entscheidend ist deshalb, welche Art von Kanarenurlaub man sucht.
Teneriffa oder Gran Canaria: die vielseitigsten Inseln
Am ähnlichsten sind sich Teneriffa und Gran Canaria. Beide haben große Städte, internationale Flughäfen, bekannte Ferienorte, gute touristische Infrastruktur und sehr unterschiedliche Landschaften.
Auf Teneriffa bildet der Teide mit 3.715 Metern das geografische Zentrum der Insel. Eine Fahrt von Puerto de la Cruz über La Orotava in den Teide-Nationalpark führt innerhalb kurzer Zeit vom grünen Norden durch Kiefernwälder in eine fast wüstenartige Hochgebirgslandschaft. Im Nordosten bietet das Anaga-Gebirge wiederum feuchte Lorbeerwälder und spektakuläre Schluchten.
Gran Canaria wirkt ebenfalls wie ein „Miniaturkontinent“, ist aber kompakter. Urlauber können beispielsweise morgens durch die Dünen von Maspalomas laufen und später über kurvige Bergstraßen Richtung Tejeda fahren.
Bei den Städten hat Gran Canaria mit Las Palmas de Gran Canaria einen Vorteil für Reisende, die Strand und urbanes Leben kombinieren möchten. Die Playa de Las Canteras liegt direkt in der Stadt. Santa Cruz de Tenerife besitzt zwar ebenfalls eine angenehme Innenstadt, aber für einen klassischen Strandtag fährt man meist einige Kilometer weiter zur Playa de Las Teresitas.
Teneriffa eignet sich besser, wenn Teide, abwechslungsreiche Wanderungen und große Freizeitattraktionen wichtig sind. Gran Canaria ist besonders interessant, wenn Stadtleben, Strand und Nachtleben möglichst nah beieinander liegen sollen.
Teneriffa oder Fuerteventura: Vielfalt gegen Traumstrände
Hier ist der Unterschied wesentlich deutlicher.
Fuerteventura ist flacher, trockener und vor allem für seine langen Strände bekannt. Rund um Corralejo, Costa Calma und die Halbinsel Jandía findet man Sandflächen, die auf Teneriffa in dieser Größe kaum existieren. Auch Windsurfer und Kitesurfer fühlen sich auf Fuerteventura besonders wohl.
Teneriffa hat dagegen überwiegend kleinere Strände. Im Süden gehören Playa de Las Vistas, Playa del Camisón, Playa de Fañabé und Playa del Duque zu den bequemsten Möglichkeiten für einen klassischen Badeurlaub. Im Norden dominieren häufiger dunkler Vulkansand und Naturpools.
Dafür bietet Teneriffa erheblich mehr Abwechslung außerhalb des Strandes. Ein Urlaub kann beispielsweise aus einem Strandtag in Costa Adeje, einer Wanderung in Anaga, einem Besuch in La Laguna und einer Fahrt zum Teide bestehen.
Auf Fuerteventura sind die Distanzen zwischen den Orten teilweise überraschend groß und die Landschaft ist deutlich karger. Wer zwei Wochen hauptsächlich baden, surfen und entspannen möchte, kann das gerade als Vorteil empfinden.
Für Strandurlaub: Fuerteventura. Für eine Mischung aus Strand, Natur und Ausflügen: Teneriffa.
Teneriffa oder Lanzarote: grüne Berge gegen Vulkanlandschaften
Lanzarote besitzt einen völlig anderen Charakter. Schwarze Lavafelder, weiße Häuser und die Architektur von César Manrique prägen große Teile der Insel. Besonders eindrucksvoll ist der Timanfaya-Nationalpark.
Teneriffa besitzt ebenfalls spektakuläre Vulkanlandschaften, allerdings eingebettet in eine wesentlich abwechslungsreichere Umgebung. Rund um die Cañadas del Teide sieht die Landschaft beinahe außerirdisch aus, während wenige Kilometer weiter wieder Kiefernwälder beginnen.
Lanzarote lässt sich wegen seiner überschaubaren Größe bequem mit einem Mietwagen erkunden. Orte wie Timanfaya, Jameos del Agua, Cueva de los Verdes und Mirador del Río lassen sich gut auf mehrere Tagesausflüge verteilen.
Teneriffa verlangt etwas mehr Planung. Von Costa Adeje nach Anaga oder von Puerto de la Cruz nach Los Gigantes können längere Fahrten entstehen. Dafür gibt es deutlich mehr unterschiedliche Regionen zu entdecken.
Wer Design, Vulkanlandschaften und kurze Entfernungen schätzt, dürfte Lanzarote bevorzugen. Wer mehr landschaftliche Vielfalt sucht, bekommt auf Teneriffa insgesamt mehr Möglichkeiten.
Teneriffa oder La Palma: Unterhaltung gegen Wanderurlaub
La Palma trägt nicht ohne Grund den Beinamen „La Isla Bonita“. Die Insel ist grün, bergig und hervorragend zum Wandern geeignet. Besonders bekannt sind die Caldera de Taburiente, die Ruta de los Volcanes und der Bereich um Roque de los Muchachos.
Im direkten Vergleich bietet Teneriffa jedoch wesentlich mehr touristische Infrastruktur. In Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos gibt es eine riesige Auswahl an Hotels, Restaurants, Einkaufszentren und Freizeitangeboten.
Ein gutes Beispiel ist Siam Park in Costa Adeje. Solche großen Attraktionen findet man auf La Palma kaum. Das ist für Ruhesuchende ein Vorteil, für Familien mit Kindern möglicherweise ein Nachteil.
La Palma ist daher interessanter für Reisende, deren Urlaub hauptsächlich aus Wandern, Natur und Ruhe bestehen soll. Teneriffa eignet sich besser für Gruppen oder Familien, in denen nicht jeder jeden Tag wandern möchte.
Teneriffa oder La Gomera: Komfort gegen Ruhe
La Gomera ist eine der interessantesten Alternativen für Teneriffa-Besucher, weil beide Inseln sehr einfach miteinander kombiniert werden können. Die Schnellfähre zwischen Los Cristianos und San Sebastián de La Gomera benötigt etwa 50 Minuten; Fred. Olsen Express bietet auf der Strecke bis zu vier Abfahrten täglich an.
Das Zentrum eines Natururlaubs auf La Gomera ist der Nationalpark Garajonay mit seinen Lorbeerwäldern. Dazu kommen kleine Orte wie Agulo, Hermigua oder Valle Gran Rey.
Im Vergleich zu Teneriffa wirkt La Gomera erheblich ruhiger. Große Einkaufszentren, ausgedehnte Hotelzonen und ein Nachtleben wie in Playa de las Américas gibt es praktisch nicht.
Gerade deshalb lohnt sich die Kombination: beispielsweise zehn Tage Teneriffa und anschließend drei oder vier Tage La Gomera. Die aktuellen Fährangebote beginnen für kanarische Residenten ohne Fahrzeug bei rund 10 Euro pro Strecke, wobei der tatsächliche Preis von Termin, Tarif und Fahrzeugmitnahme abhängt.
Und El Hierro?
El Hierro ist noch ruhiger und weniger touristisch als La Gomera. Die Insel eignet sich vor allem für Wanderer, Taucher und Reisende, die bewusst Abstand von großen Urlaubsorten suchen.
Für einen ersten Kanarenurlaub wäre Teneriffa meistens unkomplizierter. Auf El Hierro sind Mietwagen praktisch besonders wichtig, die Auswahl an Unterkünften und Restaurants ist kleiner und klassische Ferienanlagen spielen nur eine geringe Rolle.
Wer jedoch bereits Teneriffa, Gran Canaria oder Lanzarote kennt und eine deutlich ruhigere Seite der Kanaren erleben möchte, findet auf El Hierro genau das.
Welche Kanareninsel passt zu wem?
Die Entscheidung lässt sich relativ einfach eingrenzen:
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Teneriffa: beste Allround-Lösung für Strand, Wandern, Ausflüge, Familien und abwechslungsreiche Rundreisen.
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Gran Canaria: besonders gut für die Kombination aus Stadt, Stränden, Nachtleben und Berglandschaften.
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Fuerteventura: erste Wahl für lange Sandstrände, Windsurfen und einen ruhigen Badeurlaub.
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Lanzarote: ideal für Vulkanlandschaften, Architektur und kompakte Mietwagen-Rundreisen.
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La Palma: hervorragend für ambitionierte Wanderer und Naturliebhaber.
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La Gomera: passend für Ruhe, Wandern und kleine Orte; außerdem einfach mit Teneriffa kombinierbar.
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El Hierro: für Individualreisende, Taucher und Besucher, die möglichst wenig Massentourismus suchen.
Fazit: Warum Teneriffa für viele die beste erste Kanareninsel ist
Teneriffas größte Stärke ist nicht der schönste einzelne Strand und auch nicht die unberührteste Landschaft. Die Stärke liegt in der Kombination.
Morgens kann man durch die Altstadt von La Laguna laufen, mittags im Anaga-Gebirge wandern und den Tag am Meer ausklingen lassen. Im Süden liegen große Ferienorte wie Costa Adeje und Los Cristianos, während Orte wie Garachico, La Orotava oder Taganana einen völlig anderen Eindruck vermitteln.
Wer ausschließlich perfekte Sandstrände sucht, sollte Fuerteventura ernsthaft in Betracht ziehen. Für einen reinen Wanderurlaub können La Palma oder La Gomera attraktiver sein. Lanzarote punktet mit seiner außergewöhnlichen Vulkanästhetik, Gran Canaria mit der Verbindung von Großstadt und Ferieninsel.
Für Reisende, die sich nicht auf eine einzige Art von Urlaub festlegen möchten, ist Teneriffa jedoch schwer zu schlagen. Gerade beim ersten Besuch der Kanaren bietet die Insel einen besonders umfassenden Eindruck davon, wie unterschiedlich Landschaft, Klima und Lebensgefühl innerhalb des Archipels sein können.

