Teneriffa Reiseführer

Entdecke Teneriffa: Strände, Natur und Erlebnisse auf den Kanarischen Inseln

Urlaub auf Teneriffa: Tipps für Anfänger

Teneriffa ist eine Insel, die auf den ersten Blick unkompliziert wirkt: Sonne, Strände, Hotels und der Teide in der Mitte. Wer zum ersten Mal hierherkommt, merkt jedoch schnell, dass die Insel deutlich vielseitiger ist. Zwischen dem sonnigen Süden rund um Costa Adeje und dem grünen Norden bei Puerto de la Cruz liegen nicht nur rund 40 Kilometer Luftlinie, sondern teilweise völlig unterschiedliche Landschaften und Wetterverhältnisse.

Genau deshalb lohnt es sich, einen Urlaub auf Teneriffa etwas genauer zu planen. Die Wahl des Urlaubsortes entscheidet darüber, ob man morgens zu Fuß am Strand steht, für jede Unternehmung ein Auto braucht oder regelmäßig durch Wolken fährt. Auch bei Mietwagen, Restaurants und Ausflügen gibt es einige typische Anfängerfehler, die sich leicht vermeiden lassen.

Dieser Guide erklärt, was man vor der ersten Teneriffa-Reise wissen sollte und welche Orte sich für unterschiedliche Urlaubstypen eignen.

Norden oder Süden: Wo sollte man auf Teneriffa wohnen?

Die wichtigste Entscheidung fällt bereits bei der Unterkunft. Teneriffa hat kein einheitliches Urlaubsklima.

Costa Adeje und Los Cristianos: unkompliziert für den ersten Urlaub

Für einen klassischen Badeurlaub ist der Süden meistens die einfachste Wahl. Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos verfügen über eine sehr gut ausgebaute touristische Infrastruktur.

In Costa Adeje liegen Strände wie Playa de Fañabé, Playa del Duque und Playa de La Pinta praktisch direkt an Hotels, Restaurants und Promenaden. Ein Mietwagen ist hier nicht zwingend notwendig.

Der Nachteil sind die Preise. In Costa Adeje bezahlt man für eine einfache Mahlzeit in touristischer Lage häufig etwa 12–18 Euro, während ein Abendessen mit Hauptgericht und Getränken schnell bei 25–40 Euro pro Person liegt. Direkt an Playa del Duque kann es noch deutlich teurer werden.

Los Cristianos ist häufig etwas praktischer und weniger exklusiv. Es gibt viele Apartments, Supermärkte, Restaurants und gute Busverbindungen. Wer ohne Auto reist, hat außerdem einen Vorteil: Vom Busbahnhof in Los Cristianos erreicht man zahlreiche Orte im Süden und andere Teile der Insel.

Puerto de la Cruz: grüner und kanarischer

Wer nicht jeden Urlaubstag am Sandstrand verbringen möchte, sollte Puerto de la Cruz in Betracht ziehen.

Die Stadt wirkt gewachsener als viele Ferienorte im Süden. Rund um die Plaza del Charco, die Altstadt und die Avenida Familia de Betancourt y Molina findet man sowohl touristische Restaurants als auch Cafés und Lokale, die von Einheimischen besucht werden.

Ein großer Unterschied ist das Wetter. Der Norden Teneriffas ist grüner, weil hier häufiger Wolken auftreten und mehr Niederschlag fällt. Besonders zwischen November und März kann morgens dichter Bewölkung über Puerto de la Cruz liegen, während gleichzeitig im Süden die Sonne scheint.

Das bedeutet nicht, dass der Norden schlechtes Urlaubswetter hat. Wer jedoch möglichst viele garantierte Strandtage möchte, ist im Süden besser aufgehoben.

Wie viele Tage sollte man für Teneriffa einplanen?

Für den ersten Aufenthalt sind 7 bis 10 Tage ein guter Zeitraum.

In einer Woche lassen sich beispielsweise der Teide, La Laguna, Anaga, ein Teil der Nordküste und mehrere Strände besuchen. Wer zusätzlich Masca, Garachico, die Westküste und kleinere Orte kennenlernen möchte, sollte eher zehn bis vierzehn Tage einplanen.

Bei nur drei oder vier Tagen sollte man nicht versuchen, die gesamte Insel abzuhaken. Teneriffa sieht auf der Karte klein aus, doch Bergstraßen und Höhenunterschiede verlängern viele Fahrten erheblich.

Ein typisches Beispiel ist Masca. Die Entfernung von Santiago del Teide ist gering, aber die kurvenreiche TF-436 macht daraus keine schnelle Fahrt. Ähnliches gilt für viele Straßen im Anaga-Gebirge.

Braucht man auf Teneriffa einen Mietwagen?

Nicht unbedingt – aber mit Auto sieht man wesentlich mehr.

Wer ausschließlich in Costa Adeje oder Los Cristianos Urlaub macht und nur organisierte Ausflüge plant, kann problemlos ohne Mietwagen auskommen. Das Busnetz von TITSA verbindet die wichtigsten Orte der Insel.

Für individuelle Ausflüge ist ein Auto jedoch wesentlich angenehmer. Besonders Orte wie Masca, Teno Alto, verschiedene Miradores im Anaga-Gebirge oder kleinere Küstenorte lassen sich damit flexibler besuchen.

Bei frühzeitiger Buchung beginnen kleine Mietwagen je nach Saison teilweise bei ungefähr 20–35 Euro pro Tag. In Ferienzeiten und bei kurzfristiger Buchung können 40–70 Euro oder mehr realistisch sein. Vollkaskoschutz ohne hohe Selbstbeteiligung ist auf Teneriffa sinnvoll, da Parkplätze eng und manche Bergstraßen ungewohnt schmal sind.

Bekannte Anbieter auf den Kanaren sind beispielsweise Cicar und AutoReisen. Entscheidend ist nicht nur der Tagespreis, sondern auch, welche Versicherung tatsächlich enthalten ist.

Was Anfänger beim Autofahren unterschätzen

Autofahren auf der TF-1 zwischen Santa Cruz und dem Süden ist unkompliziert. Ganz anders sieht es in einigen Bergdörfern aus.

In Masca, Taganana oder Teno Alto gibt es enge Straßen, starke Steigungen und zahlreiche Kurven. Wer wenig Erfahrung auf Bergstraßen hat, sollte möglichst ein kleines Auto wählen.

Ein großer SUV sieht am Flughafen komfortabel aus, kann aber spätestens bei der Parkplatzsuche in einem alten kanarischen Dorf lästig werden.

Der Teide: nicht einfach spontan hochfahren

Weite Landschaft mit Pinienwald auf Teneriffa und dem Teide in der Ferne unter tiefblauem Himmel.

Der Pico del Teide ist mit 3.715 Metern der höchste Berg Spaniens und gehört für viele Besucher zum ersten Teneriffa-Urlaub dazu.

Schon die Fahrt durch den Parque Nacional del Teide lohnt sich. Die Landschaft rund um die Roques de García, Minas de San José und die Cañadas unterscheidet sich vollständig von der Küste.

Viele Besucher machen allerdings den Fehler, den Teide wie einen normalen Aussichtspunkt zu behandeln.

Für bestimmte Zugänge und insbesondere den Gipfelbereich gelten Zugangsbeschränkungen beziehungsweise Genehmigungsregeln. Wer einen bestimmten Wanderweg oder die Seilbahn nutzen möchte, sollte deshalb die aktuellen Bedingungen rechtzeitig vor dem Urlaub kontrollieren und gegebenenfalls reservieren.

Auch die Temperatur wird häufig unterschätzt. Wenn an der Küste 27 °C herrschen, kann es oben am Teide empfindlich kalt und windig sein. Eine Jacke gehört deshalb selbst im Sommer ins Auto.

Anaga: die völlig andere Seite Teneriffas

Trockene Berghänge im Norden von Anaga mit Blick hinunter zur felsigen Küste und zum Atlantik.

Wer nur Costa Adeje und den Teide besucht, bekommt nur einen Teil der Insel zu sehen.

Das Anaga-Gebirge im Nordosten zeigt ein anderes Teneriffa: Lorbeerwald, steile Berghänge, kleine Dörfer und eine zerklüftete Atlantikküste.

Für einen ersten Besuch eignet sich beispielsweise eine Route über La Laguna, Cruz del Carmen und Taganana. Bei Cruz del Carmen beginnen mehrere kurze Wanderwege durch den Wald. Danach kann man weiter Richtung Küste fahren.

Beliebt sind Playa de Almáciga und Playa de Benijo. Die Landschaft ist spektakulär, allerdings ist das Meer hier nicht mit den geschützten Stränden von Costa Adeje vergleichbar.

Ruhiger schwarzer Sandstrand von Antequera mit steilen Felswänden, sanften Wellen und einer abgelegenen Küstenlandschaft.

An der Nordküste können Wellen und Strömungen stark sein. Benijo sollte deshalb nicht automatisch als normaler Badestrand eingeplant werden. Manchmal ist der beste Plan schlicht, die Landschaft zu genießen und zum Schwimmen einen geschützteren Strand zu wählen.

Welche Strände eignen sich für Anfänger?

Nicht jeder schöne Strand auf Teneriffa eignet sich gleich gut zum Baden.

Für Familien und entspanntes Schwimmen sind Playa de Las Vistas zwischen Los Cristianos und Playa de las Américas sowie Playa de Fañabé und Playa del Duque in Costa Adeje unkomplizierte Möglichkeiten. Sie verfügen über Infrastruktur, Restaurants und vergleichsweise geschützte Badebereiche.

Im Nordosten ist Playa de Las Teresitas bei Santa Cruz eine gute Alternative. Der helle Sandstrand liegt geschützt hinter Wellenbrechern und ist deshalb normalerweise wesentlich ruhiger als viele natürliche Strände im Norden.

Ganz anders sind Benijo, Almáciga oder Playa de La Tejita. Sie wirken natürlicher und landschaftlich interessanter, sind aber stärker Wind, Wellen oder Strömungen ausgesetzt.

Wer vor allem sicher und bequem schwimmen möchte, sollte daher nicht ausschließlich nach den spektakulärsten Strandfotos auswählen.

Santa Cruz und La Laguna nicht auslassen

Viele Urlauber fahren vom Flughafen direkt ins Hotel und besuchen Teneriffas Städte überhaupt nicht. Zumindest San Cristóbal de La Laguna lohnt sich jedoch auch bei einem reinen Badeurlaub.

Das historische Zentrum lässt sich gut zu Fuß erkunden. Rund um Calle Herradores, Calle Obispo Rey Redondo und Plaza de la Concepción stehen zahlreiche traditionelle Gebäude, Cafés und kleine Geschäfte.

La Laguna liegt auf etwa 550 Metern Höhe. Dadurch kann es dort überraschend kühl sein. Wer morgens bei 25 °C in Costa Adeje losfährt, kann in La Laguna bei Wolken und deutlich niedrigeren Temperaturen ankommen.

Santa Cruz de Tenerife ist weniger klassischer Ferienort, dafür interessant für Shopping, Gastronomie und einen Einblick in den Alltag der Insel. Der Mercado de Nuestra Señora de África ist beispielsweise eine gute Adresse für Obst, Käse, Fisch und kanarische Produkte.

Santa Cruz und La Laguna lassen sich gut an einem Tag kombinieren.

Essen auf Teneriffa: nicht nur an der Strandpromenade bleiben

In den touristischen Zentren findet man problemlos Pizza, Burger, Steak und internationale Küche. Wer kanarisch essen möchte, sollte zumindest einmal die Promenade verlassen.

Typische Gerichte sind papas arrugadas mit Mojo, gegrillter Fisch, Ziegenkäse, Kaninchen und verschiedene Fleischgerichte.

Interessant sind außerdem die sogenannten Guachinches, ursprünglich einfache Lokale, in denen eigener Wein zusammen mit hausgemachten Speisen angeboten wurde. Besonders viele findet man im Norden, etwa in den Gemeinden La Orotava, Santa Úrsula, La Victoria und La Matanza.

Die Bezeichnung wird heute allerdings recht großzügig verwendet. Nicht jedes Restaurant mit „Guachinche“ im Namen entspricht noch dem traditionellen Konzept.

In einfachen lokalen Restaurants kann man häufig für ungefähr 15–25 Euro pro Person gut essen. In touristischen Restaurants am Meer sollte man eher mit 25–40 Euro rechnen.

Einkaufen: Supermarkt statt Mini-Market

Wer in einem Apartment wohnt, kann bei Lebensmitteln deutlich sparen.

Große Supermärkte wie Mercadona, Lidl, HiperDino oder Aldi sind normalerweise günstiger als kleine Geschäfte direkt in den Ferienanlagen. Gerade bei Wasser, Getränken, Obst und Frühstücksprodukten macht sich der Unterschied bei einem längeren Aufenthalt bemerkbar.

Ein kleiner Einkauf im nächsten Touristen-Mini-Market ist bequem. Den kompletten Wocheneinkauf dort zu erledigen, ist dagegen selten sinnvoll.

Für kanarische Produkte lohnt sich ein Blick auf lokalen Käse, Mojo, Gofio und Wein. Teneriffa besitzt mehrere Weinbaugebiete, darunter Tacoronte-Acentejo, Valle de La Orotava und Abona.

Whale Watching: lieber kleinere und seriöse Anbieter vergleichen

Von Puerto Colón in Costa Adeje und vom Hafen in Los Cristianos starten zahlreiche Bootstouren zur Wal- und Delfinbeobachtung.

Je nach Boot, Dauer und Gruppengröße liegen die Preise häufig ungefähr zwischen 30 und 70 Euro pro Person. Private oder besonders kleine Touren können deutlich teurer sein.

Der günstigste Ausflug ist nicht automatisch die beste Wahl. Große Ausflugsboote bieten mehr Platz und teilweise Verpflegung, während kleinere Boote oft ein ruhigeres Erlebnis ermöglichen.

Vor der Buchung sollte man prüfen, wie lange die Tour dauert, wie viele Personen an Bord sind und ob der Anbieter verantwortungsvolle Regeln bei der Beobachtung der Tiere einhält.

Wann ist die beste Reisezeit?

Teneriffa ist grundsätzlich ein Ganzjahresziel, aber die Jahreszeiten unterscheiden sich stärker, als manche Werbung vermuten lässt.

Zwischen Juni und Oktober ist es normalerweise warm und trocken. Juli und August eignen sich gut für Strandurlaub, können im Süden aber heiß werden.

Von November bis März ist Teneriffa besonders für Besucher interessant, die dem mitteleuropäischen Winter entkommen möchten. Im Süden sind tagsüber häufig Temperaturen um 20 bis 25 °C möglich, während es im Norden kühler und wechselhafter sein kann.

Das Meer bleibt im Winter vergleichsweise mild, fühlt sich aber nicht tropisch warm an.

Frühling und Herbst sind besonders angenehm für Reisende, die Strandtage mit Wanderungen kombinieren möchten.

Ein häufiger Fehler: zu viel Programm

Teneriffa verführt dazu, jeden Tag eine neue Rundfahrt zu planen. Das funktioniert, macht aus dem Urlaub aber schnell eine Autofahrt mit kurzen Fotopausen.

Teide, Masca und Anaga an einem einzigen Tag zu kombinieren ist beispielsweise keine gute Idee. Auf der Karte erscheinen die Entfernungen machbar, tatsächlich verbringt man einen erheblichen Teil des Tages im Auto.

Besser ist eine regionale Aufteilung:

So bleibt Zeit, einen Ort tatsächlich zu erleben.

Was sollte man für Teneriffa einpacken?

Selbst bei einem Sommerurlaub gehören mehr als Badesachen ins Gepäck.

Für Teide und Anaga sind feste Schuhe sinnvoll. Eine leichte Jacke oder ein Pullover ist ebenfalls praktisch, besonders im Winter oder bei Ausflügen in höhere Lagen.

Sonnenschutz ist das ganze Jahr wichtig. Durch Wind und angenehme Temperaturen bemerkt man teilweise erst spät, wie intensiv die Sonne ist.

Für Wanderungen sollte man außerdem ausreichend Wasser mitnehmen. In abgelegenen Gebieten gibt es nicht an jedem Ausgangspunkt ein Geschäft oder Restaurant.

Wo Anfänger besser vorsichtig sein sollten

Teneriffa ist für Individualreisende relativ unkompliziert. Einige Situationen werden trotzdem regelmäßig unterschätzt.

An erster Stelle steht der Atlantik. Eine ruhige Bucht im Süden und ein offener Strand an der Nordküste sind zwei völlig unterschiedliche Badebedingungen. Warnflaggen sollte man ernst nehmen.

Auch Wanderungen sollten nicht allein anhand der Entfernung beurteilt werden. Fünf Kilometer mit starken Höhenunterschieden können erheblich anstrengender sein als ein längerer Spaziergang an der Küste.

Beim Mietwagen wiederum lohnt es sich, vor der Buchung die Versicherungsbedingungen zu lesen und nicht nur den niedrigsten angezeigten Preis zu vergleichen.

Fazit: Teneriffa beim ersten Urlaub nicht unterschätzen

Ein gelungener erster Urlaub auf Teneriffa hängt vor allem davon ab, den richtigen Standort zu wählen und nicht zu versuchen, die gesamte Insel innerhalb weniger Tage zu sehen.

Für Sonne, Strand und unkomplizierte Infrastruktur sind Costa Adeje und Los Cristianos besonders praktisch. Wer grünere Landschaften, historische Orte und eine weniger touristische Atmosphäre bevorzugt, findet rund um Puerto de la Cruz und La Orotava eine interessante Alternative.

Mindestens einen Tag sollte man für den Teide-Nationalpark reservieren und einen weiteren für Anaga oder den Norden. Mit sieben bis zehn Tagen hat man genug Zeit, unterschiedliche Seiten der Insel kennenzulernen, ohne jeden Tag mehrere Stunden im Auto zu verbringen.

Teneriffas größte Stärke ist gerade der Kontrast: morgens durch den Lorbeerwald von Anaga laufen, am nächsten Tag in einer vulkanischen Hochgebirgslandschaft am Teide stehen und danach wieder am Atlantik sitzen. Wer diese Unterschiede bei der Planung berücksichtigt, bekommt von der Insel wesentlich mehr mit als nur Sonne und Strand.

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