Teneriffa Reiseführer

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Teneriffa im Sommer: Vor- und Nachteile für deinen Urlaub

Teneriffa gilt als Ganzjahresziel – trotzdem macht es einen deutlichen Unterschied, ob du die Insel im Februar, im Mai oder mitten im August besuchst. Der Sommer von Juni bis September bringt lange, trockene Tage, warmes Meer und besonders stabile Bedingungen an den Stränden. Gleichzeitig steigen in den Ferienmonaten die Besucherzahlen, einige Regionen wirken deutlich voller und bei Calima können die Temperaturen vorübergehend weit über das übliche Niveau klettern.

Ob ein Sommerurlaub auf Teneriffa die richtige Wahl ist, hängt deshalb stark davon ab, was du vorhast. Für einen klassischen Badeurlaub im Süden sind Juli, August und September ausgesprochen zuverlässig. Wer dagegen hauptsächlich wandern möchte oder eine möglichst ruhige Insel sucht, findet im Frühjahr oder Herbst oft angenehmere Bedingungen.

Hier sind die wichtigsten Vor- und Nachteile – mit Blick auf die tatsächlichen Unterschiede zwischen Teneriffas Regionen.

Wie ist das Wetter auf Teneriffa im Sommer?

Der größte Vorteil des Sommers ist die hohe Wettersicherheit. Besonders im Süden und Südwesten sind längere Regenperioden zwischen Juni und September ausgesprochen selten.

In Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos liegen die Tageshöchsttemperaturen im Hochsommer häufig bei etwa 27 bis 30 °C. Nachts bleibt es meist angenehm warm. Direkt an der Küste sorgt der Atlantik oft für etwas Luftbewegung, sodass sich 28 °C auf Teneriffa anders anfühlen können als dieselbe Temperatur in einer windstillen mediterranen Großstadt.

Im Norden sieht es etwas anders aus. Puerto de la Cruz, La Orotava und Tacoronte liegen häufiger unter Passatwolken. Auch im Sommer kann der Vormittag dort grau beginnen, während gleichzeitig in Costa Adeje die Sonne scheint.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Norden im Sommer eine schlechte Wahl ist. Gerade bei hohen Temperaturen kann das etwas frischere und grünere Klima ausgesprochen angenehm sein.

Süden oder Norden im Sommer?

Für maximale Sonnensicherheit sind Costa Adeje, Los Cristianos, Playa de las Américas, Callao Salvaje und Playa Paraíso die besseren Ausgangspunkte.

Wer weniger Wert auf tägliches Strandwetter legt und lieber historische Orte, grüne Landschaften und ein stärker kanarisch geprägtes Umfeld möchte, sollte sich Puerto de la Cruz, La Orotava oder den Raum La Laguna ansehen.

Ein guter Kompromiss ist die Ostküste rund um Radazul und Tabaiba. Hier ist es meist deutlich trockener als im Norden, gleichzeitig befindet man sich nur etwa 10 bis 15 Autominuten von Santa Cruz entfernt und erreicht La Laguna oder das Anaga-Gebirge wesentlich schneller als von den großen Ferienorten im Süden.

Vorteil 1: Im Sommer ist das Meer besonders angenehm

Wer hauptsächlich zum Baden nach Teneriffa kommt, hat im Sommer einen entscheidenden Vorteil: Der Atlantik wird zunehmend wärmer.

Zu Beginn des Sommers kann das Wasser noch ungefähr 21 bis 22 °C haben. Im August und September werden häufig etwa 23 bis 24 °C erreicht, stellenweise auch etwas mehr. Für Teneriffa ist das bereits sehr angenehm.

Besonders gut für einen klassischen Strandurlaub eignen sich:

Blick auf den schwarzen Sandstrand von Almáciga mit Badenden, Wellen und den Häusern am Hang unter bewölktem Himmel.

Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, wird Las Vistas oder Las Teresitas meistens angenehmer finden als La Tejita. Für Windsurfer und Kitesurfer ist es genau umgekehrt: Rund um El Médano gehört der Wind schließlich zum Konzept.

Vorteil 2: Sehr lange Tage für Ausflüge

Im Sommer bleibt es auf Teneriffa lange hell. Das macht einen erstaunlich großen Unterschied, wenn man die Insel mit dem Mietwagen erkundet.

Ein Ausflug in den Teide-Nationalpark lässt sich beispielsweise mit einem Abendessen an der Küste verbinden, ohne dass der gesamte Tag unter Zeitdruck steht. Ebenso kannst du morgens durch La Laguna laufen, anschließend ins Anaga-Gebirge fahren und den Nachmittag am Strand von Las Teresitas verbringen.

Besonders praktisch ist das bei längeren Touren nach Masca und Teno, weil die Straßen dort kurvig sind und man für kurze Entfernungen erheblich länger benötigt, als die Kilometerzahl vermuten lässt.

Auch Fotografen profitieren vom Sommer. Das späte Abendlicht eignet sich besonders für Aussichtspunkte an der Westküste und rund um Santiago del Teide.

Vorteil 3: Gute Bedingungen für den Teide

Der Sommer gehört zu den unkompliziertesten Jahreszeiten für einen Besuch des Teide-Nationalparks. Schnee und winterliche Straßensperrungen spielen normalerweise keine Rolle, und die Wahrscheinlichkeit stabiler Bedingungen ist hoch.

Von Costa Adeje fährt man über Vilaflor und die TF-21 hinauf. Von Puerto de la Cruz bietet sich die Strecke über La Orotava an. Beide Routen sind landschaftlich interessant und lohnen sich auch ohne Fahrt mit der Seilbahn.

Wichtig ist der enorme Höhenunterschied. Wer morgens bei 27 °C am Strand startet, befindet sich wenig später auf über 2.000 Metern Höhe. Dort können Temperatur, Wind und Sonneneinstrahlung völlig anders sein.

Für die Teide-Seilbahn solltest du in der Hauptsaison möglichst früh reservieren. Dasselbe gilt für erforderliche Genehmigungen, wenn du bis zum eigentlichen Gipfel möchtest.

Nachteil 1: Juli und August sind deutlich voller

Der Sommer ist europäische Ferienzeit – und das merkt man auf Teneriffa.

Großes Johannisfeuer am Strand von Puerto de la Cruz bei Nacht, umgeben von Zuschauern und fliegenden Funken.

Besonders Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos können im Juli und August sehr belebt sein. Das betrifft nicht nur die Strände. Parkplätze, beliebte Restaurants und touristische Attraktionen werden ebenfalls stärker beansprucht.

Auch Orte außerhalb der großen Ferienzentren können zeitweise überraschend voll werden. Masca ist ein typisches Beispiel: Das kleine Bergdorf hat nur begrenzten Raum und lässt sich wesentlich angenehmer erleben, wenn man Stoßzeiten vermeidet.

Ähnliches gilt für den Teide. Wer erst gegen Mittag hinauffährt, trifft wesentlich mehr Ausflugsbusse und Mietwagen als am frühen Morgen.

Wer Teneriffa möglichst ruhig erleben möchte, sollte eher Juni oder September als die zentralen europäischen Sommerferien wählen.

Nachteil 2: Unterkünfte und Mietwagen können teurer werden

Teneriffa hat zwar auch im Winter Hochsaison, dennoch führt die europäische Ferienzeit im Juli und August bei beliebten Hotels und Ferienanlagen häufig zu höheren Preisen.

Bei einfachen Apartments kann man je nach Lage und Buchungszeitraum grob mit 60 bis 100 Euro pro Nacht rechnen. Gute Hotels in Costa Adeje liegen schnell bei 120 bis 250 Euro pro Nacht, hochwertige Resorts deutlich darüber.

Große Unterschiede gibt es zwischen den Regionen.

Costa Adeje gehört zu den teuersten Feriengebieten der Insel. In Los Cristianos findet man häufiger etwas günstigere Apartments, während Puerto de la Cruz bei vergleichbarer Hotelqualität oftmals preiswerter ausfällt.

Auch Mietwagen sollte man im Hochsommer nicht unbedingt erst nach der Landung suchen. Lokale Anbieter wie Cicar und AutoReisen sind auf den Kanaren weit verbreitet, aber besonders günstige Fahrzeugklassen können während stark nachgefragter Wochen früh ausgebucht sein.

Für einen kleinen Mietwagen sind je nach Saison, Versicherungsumfang und Buchungszeitpunkt ungefähr 25 bis 50 Euro pro Tag ein realistischer Orientierungsbereich. In besonders gefragten Perioden kann es deutlich teurer werden.

Nachteil 3: Calima kann sehr unangenehm werden

Ein Punkt, der bei der Urlaubsplanung häufig unterschätzt wird, ist die Calima. Dabei gelangt trockene und staubhaltige Luft aus Richtung Sahara auf die Kanaren.

Eine Calima kann grundsätzlich zu verschiedenen Jahreszeiten auftreten. Im Sommer kann sie jedoch mit hohen Temperaturen zusammentreffen.

Dann sind an der Küste Temperaturen deutlich oberhalb von 30 °C möglich, während die Fernsicht stark abnimmt. Der Teide oder Gran Canaria verschwinden teilweise hinter einem milchigen Schleier.

Für einen Strandtag ist eine leichte Calima nicht zwangsläufig ein großes Problem. Für Wanderungen sieht es anders aus. Lange Touren mit starken Steigungen sollte man bei extremer Hitze besser verschieben.

Das betrifft besonders trockene, exponierte Gebiete im Süden sowie Strecken in mittleren Höhenlagen.

Nachteil 4: Wandern ist nicht überall angenehm

Teneriffa ist eine hervorragende Wanderinsel – aber der Hochsommer ist dafür nicht automatisch die beste Jahreszeit.

Eine Wanderung durch einen schattenlosen Barranco bei 30 °C ist etwas völlig anderes als eine Tour durch den feuchten Lorbeerwald des Anaga-Gebirges.

Im Sommer sind deshalb höher gelegene oder bewaldete Routen häufig die bessere Wahl. Angenehm sind beispielsweise Teile des Anaga-Gebirges, der Bereich um Cruz del Carmen oder verschiedene Wege rund um La Esperanza.

Trockene Wanderungen im Süden sollte man möglichst früh beginnen.

Besonders wichtig: Wegen Hitze und Waldbrandgefahr können Wege oder Waldgebiete zeitweise gesperrt werden. Vor längeren Touren lohnt sich deshalb immer ein Blick auf die aktuellen offiziellen Hinweise.

Vorteil 4: Abends spielt sich viel draußen ab

Der Sommer ist ideal, wenn der Urlaub nicht um 18 Uhr enden soll. Restaurants, Promenaden und Plätze bleiben bis spät abends belebt.

In Los Cristianos kann man beispielsweise vom Hafen entlang der Playa de las Vistas bis nach Playa de las Américas laufen. In Costa Adeje führt die Promenade über weite Strecken an den Stränden La Pinta, Torviscas, Fañabé und El Duque vorbei.

Yachthafen Puerto Colón mit vielen Booten, Palmen, blauem Himmel und Meerblick an der Costa Adeje.

Wer weniger touristisches Ambiente bevorzugt, findet in Santa Cruz de Tenerife und La Laguna eine ganz andere Atmosphäre. Dort besteht der Abend weniger aus Hotelbars und Ferienrestaurants und stärker aus normalen Cafés, Tapasbars und Restaurants, die auch von Einheimischen besucht werden.

Für ein einfaches Essen solltest du ungefähr 12 bis 20 Euro pro Person einplanen. In guten Restaurants oder in den touristischsten Bereichen von Costa Adeje sind 25 bis 40 Euro pro Person schnell erreicht.

Vorteil 5: September ist einer der interessantesten Monate

Wenn deine Reisedaten flexibel sind, verdient der September besondere Aufmerksamkeit.

Das Meer hat einen großen Teil der Sommerwärme gespeichert, gleichzeitig endet nach und nach die Hauptferienzeit vieler europäischer Länder. Die Tage sind weiterhin warm und Regen bleibt besonders im Süden normalerweise selten.

Für einen Urlaub mit viel Baden ist September deshalb oft attraktiver als Juni: Das Wasser ist wärmer, während der größte Ferienansturm langsam zurückgeht.

Auch der Oktober kann noch hervorragend sein, allerdings steigt dann allmählich die Wahrscheinlichkeit wechselhafter Wetterlagen.

Wo sollte man im Sommer auf Teneriffa wohnen?

Die richtige Region hängt stärker vom geplanten Urlaub ab als von der Jahreszeit.

Für einen reinen Badeurlaub sind Costa Adeje, Los Cristianos und Playa de las Américas besonders praktisch. Strände, Restaurants und touristische Infrastruktur liegen dicht beieinander, und ein Mietwagen ist nicht zwingend jeden Tag notwendig.

Für Surfer und Wassersportler ist El Médano interessanter. Der Ort wirkt kleiner und weniger wie ein klassisches Resort, ist allerdings deutlich windiger.

Für Natur, Städte und Ausflüge bieten Puerto de la Cruz, La Laguna oder die Gegend rund um Santa Cruz bessere Ausgangspositionen. Von dort erreicht man Anaga und den grünen Norden wesentlich schneller.

Wer Ruhe sucht, kann sich kleinere Orte wie Callao Salvaje, Alcalá oder Los Gigantes ansehen. Dabei sollte man allerdings prüfen, wie wichtig Restaurants, Nachtleben und öffentlicher Nahverkehr sind.

Braucht man im Sommer einen Mietwagen?

Nicht unbedingt.

Wer eine Woche in Costa Adeje verbringt und hauptsächlich Strand, Restaurants und ein oder zwei organisierte Ausflüge plant, kommt auch ohne Auto zurecht. Das Busnetz von TITSA verbindet die wichtigsten Orte der Insel, und zwischen den großen Feriengebieten im Süden bestehen zahlreiche Verbindungen.

Für individuelle Ausflüge verändert ein Mietwagen den Urlaub allerdings erheblich.

Masca, abgelegenere Aussichtspunkte, kleine Bergdörfer oder verschiedene Stellen im Teide-Nationalpark lassen sich mit dem Auto wesentlich flexibler besuchen.

Problematisch kann im Sommer eher das Parken sein. In Los Cristianos, Playa de las Américas und an besonders beliebten Stränden lohnt es sich nicht, darauf zu vertrauen, direkt am Ziel einen freien Platz zu finden.

Juni, Juli, August oder September – welcher Sommermonat ist der beste?

Juni eignet sich besonders für Reisende, die bereits sommerliches Wetter möchten, aber die Hauptferienzeit vermeiden wollen. Das Meer ist allerdings noch etwas kühler.

Juli bietet sehr stabiles Wetter und lange Tage. Gleichzeitig nehmen Besucherzahlen und Temperaturen zu.

August ist ideal für einen klassischen Badeurlaub mit möglichst warmem Meer. Dafür gehört der Monat zu den geschäftigsten Zeiten des Sommers.

September bietet für viele Urlauber die interessanteste Kombination: warmes Meer, weiterhin sommerliche Temperaturen und allmählich weniger Ferienbetrieb.

Wer keine schulpflichtigen Kinder berücksichtigen muss, sollte deshalb insbesondere Juni und September vergleichen.

Für wen lohnt sich Teneriffa im Sommer besonders?

Der Sommer passt hervorragend zu Reisenden, die viel Zeit am Meer verbringen möchten und möglichst wenig Risiko für verregnete Urlaubstage wünschen. Auch Familien profitieren von den langen Tagen und den zahlreichen gut erschlossenen Stränden.

Weniger ideal ist der Hochsommer für Menschen, die hauptsächlich lange Wanderungen unternehmen möchten oder Temperaturen über 30 °C schlecht vertragen. Für einen aktiven Wanderurlaub sind März bis Mai sowie Oktober und November häufig interessanter.

Auch wer menschenleere Ferienorte erwartet, sollte Juli und August vermeiden. Teneriffa ist zwar groß genug, um selbst im Hochsommer ruhige Ecken zu finden – an den bekannten Stränden und Sehenswürdigkeiten merkt man die Ferienzeit jedoch deutlich.

Fazit: Lohnt sich Teneriffa im Sommer?

Ja – besonders für einen Badeurlaub gehört der Sommer zu den zuverlässigsten Reisezeiten für Teneriffa. Sonne, lange Tage und zunehmend warmes Meer sprechen klar für die Monate Juni bis September.

Dafür muss man mit höheren Besucherzahlen, teilweise höheren Unterkunftspreisen und gelegentlichen Hitzeperioden oder Calima rechnen. Außerdem ist der Hochsommer für anspruchsvolle Wanderungen nicht immer die beste Wahl.

Wer maximale Infrastruktur und Strandkomfort sucht, ist in Costa Adeje oder Los Cristianos gut aufgehoben. Für Wassersport bietet sich El Médano an, während Puerto de la Cruz und der Norden besser zu Reisenden passen, die grünere Landschaften und etwas mildere Temperaturen bevorzugen.

Wenn du bei den Reisedaten frei bist, sind Juni und besonders September sehr interessante Alternativen zu Juli und August. Du bekommst fast alle Vorteile des kanarischen Sommers, vermeidest aber zumindest einen Teil des klassischen Ferienandrangs.

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