Teneriffa Reiseführer

Entdecke Teneriffa: Strände, Natur und Erlebnisse auf den Kanarischen Inseln

Tapas auf Teneriffa: Was du probieren solltest

Tapas gehören zu den angenehmsten Möglichkeiten, Teneriffa kulinarisch kennenzulernen. Statt sich auf ein einziges Hauptgericht festzulegen, bestellt man mehrere kleine Portionen, stellt sie in die Mitte des Tisches und probiert gemeinsam. Gerade auf Teneriffa lohnt sich diese Art zu essen: Klassische spanische Tapas treffen hier auf kanarische Spezialitäten wie Papas arrugadas, Mojo und gegrillten Käse.

Das Angebot unterscheidet sich je nach Region. In der historischen Altstadt von La Laguna lässt sich ein Tapas-Abend hervorragend mit einem Stadtbummel verbinden. In Los Cristianos und anderen Küstenorten stehen häufig Fisch und Meeresfrüchte im Mittelpunkt, während man im Norden rund um La Orotava stärker auf traditionelle kanarische Küche und lokale Weine trifft. Wer ein wenig abseits der touristischen Promenaden sucht, findet oft einfache Lokale mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Was sind Tapas eigentlich?

Tapas sind keine bestimmte Gruppe von Speisen, sondern vor allem eine Portionsgröße und eine Art des gemeinsamen Essens. Eine Tapa ist eine kleine Portion, sodass mehrere verschiedene Gerichte bestellt werden können. Das macht Tapas besonders interessant für Besucher, die möglichst viele Spezialitäten während eines einzigen Essens kennenlernen möchten.

Auf Speisekarten begegnet man neben tapa häufig dem Begriff ración. Eine Ración ist deutlich größer und zum Teilen gedacht. Manche Restaurants bieten zusätzlich eine media ración, also eine halbe Portion, an. Für zwei Personen empfiehlt es sich, zunächst drei oder vier Tapas zu bestellen und später nachzubestellen.

Einfache Tapas kosten häufig ungefähr 3 bis 7 Euro. Für Garnelen, Oktopus, Fisch oder andere Meeresfrüchte muss man je nach Lokal und Portionsgröße mehr einplanen. Direkt an den touristischen Promenaden im Süden liegen die Preise in der Regel höher als in einfachen Bars in Wohnvierteln oder kleineren Orten.

Klassische Tapas, die du auf Teneriffa probieren solltest

Papas arrugadas mit Mojo

Kaum ein Gericht wird so stark mit den Kanarischen Inseln verbunden wie Papas arrugadas con mojo. Die kleinen Kartoffeln werden mit viel Salz gekocht, bis ihre Schale die typische runzelige Struktur und eine feine Salzkruste bekommt.

Dazu werden normalerweise zwei kanarische Saucen angeboten: Mojo rojo und Mojo verde. Der rote Mojo wird meist mit Paprika und Knoblauch zubereitet und kann je nach Rezept etwas schärfer sein. Beim grünen Mojo sorgen Kräuter wie Koriander oder Petersilie für den charakteristischen Geschmack.

Papas arrugadas sind preiswert, sättigend und eignen sich hervorragend zum Teilen. Sie passen sowohl zu Fisch als auch zu Fleisch oder gegrilltem Käse und sind deshalb eine gute Grundlage für eine größere Tapas-Auswahl.

Gambas al ajillo

Gambas al ajillo gehören zu den bekanntesten spanischen Tapas. Die Garnelen werden in heißem Olivenöl mit reichlich Knoblauch und meist etwas Chili zubereitet. Häufig kommen sie noch brutzelnd in einer kleinen Tonschale an den Tisch.

Dazu lohnt es sich, Brot zu bestellen. Das mit Knoblauch und Garnelen aromatisierte Olivenöl gehört praktisch zum Gericht dazu. Gambas sind gewöhnlich etwas teurer als Tapas auf Basis von Kartoffeln, Eiern oder Gemüse, eignen sich aber besonders gut für einen Tapas-Abend an der Küste.

Croquetas

Croquetas sehen unspektakulär aus, gehören aber zu den beliebtesten Kleinigkeiten in spanischen Bars. Unter einer knusprigen Panade befindet sich eine weiche, cremige Füllung. Verbreitet sind Varianten mit Schinken (jamón), Huhn oder Fisch.

Interessant sind Lokale, die ausdrücklich hausgemachte Croquetas anbieten. Auf Teneriffa findet man neben den klassischen Sorten auch Varianten mit Fisch und anderen regionalen Zutaten. Sie sind außerdem eine unkomplizierte Wahl für Familien mit Kindern.

Tortilla española

Die Tortilla española oder Tortilla de patatas besteht hauptsächlich aus Kartoffeln und Ei, häufig ergänzt durch Zwiebeln. Als Tapa wird sie in einem kleineren Stück serviert und ist eine der günstigeren und sättigenderen Möglichkeiten.

Eine gute Tortilla sollte innen saftig bleiben. In Kombination mit kräftigeren Tapas wie Chorizo, Käse oder Meeresfrüchten sorgt sie für einen angenehmen Ausgleich.

Typisch kanarische Tapas und Spezialitäten

Queso asado

Queso asado ist gegrillter oder gebratener Käse und gehört zu den Gerichten, die man auf Teneriffa unbedingt einmal bestellen sollte. Außen entsteht beim Grillen eine aromatische Kruste, während der Käse innen weich bleibt.

Serviert wird Queso asado häufig mit Mojo rojo oder Mojo verde. Manche Restaurants kombinieren den salzigen Käse auch mit einer süßlichen Sauce oder Honig. Gerade diese Verbindung von salzig, rauchig und süß macht das Gericht interessant. Im Norden Teneriffas findet man Queso asado besonders häufig auf Speisekarten mit kanarischer Küche.

Chorizo al vino

Bei Chorizo al vino wird die kräftig gewürzte Paprikawurst in Wein gegart. Dadurch entsteht ein intensives, würziges Gericht, das sich gut mit Brot und einem Glas Rotwein kombinieren lässt.

Chorizo ist wesentlich kräftiger und schwerer als beispielsweise Gambas oder Kartoffeln. Wer mehrere Tapas bestellt, braucht deshalb normalerweise keine große Portion. Eine Ración lässt sich problemlos mit mehreren Personen teilen.

Pulpo a la gallega

Pulpo a la gallega stammt zwar ursprünglich aus Galicien, ist aber auch auf Teneriffa weit verbreitet. Der gekochte Oktopus wird typischerweise mit Olivenöl und Paprikapulver gewürzt und zusammen mit Kartoffeln serviert.

Entscheidend ist die Zubereitung: Guter Pulpo sollte zart und nicht gummiartig sein. In Küstenorten lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Tageskarte, da dort neben Pulpo häufig weitere Gerichte mit Fisch, Tintenfisch oder Meeresfrüchten angeboten werden.

Wo kann man auf Teneriffa gut Tapas essen?

Tapas gibt es praktisch überall auf der Insel. Die Atmosphäre und das Angebot unterscheiden sich jedoch erheblich zwischen historischen Städten, touristischen Küstenorten und den traditionelleren Gemeinden im Norden.

La Laguna: Tapas in der historischen Altstadt

San Cristóbal de La Laguna ist eine der interessantesten Adressen für einen Tapas-Abend. Die historische Altstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden, und zwischen den alten Häusern, Fußgängerstraßen und Plätzen befinden sich zahlreiche Bars, Cafés und Restaurants. Anders als in reinen Ferienzentren trifft man hier auf eine Mischung aus Einheimischen, Studenten und Besuchern.

Historische Straße in der Altstadt von La Laguna mit Cafés und Spaziergängern

La Laguna eignet sich besonders gut für eine kleine Tapas-Tour: Man bestellt in einem Lokal ein Getränk und ein oder zwei Gerichte und zieht anschließend weiter. So kann man unterschiedliche Küchen ausprobieren, ohne sich für den gesamten Abend auf ein einziges Restaurant festzulegen.

Eine gute Kombination ist ein Rundgang durch die Altstadt am späten Nachmittag und anschließend ein Tapas-Abend im historischen Zentrum.

Los Cristianos: Fisch und Meeresfrüchte an der Küste

Im Süden Teneriffas ist Los Cristianos eine praktische Wahl für alle, die Tapas mit Meer, Strand und Promenade verbinden möchten. Rund um den Hafen und in den angrenzenden Straßen gibt es eine sehr große Auswahl an Restaurants und Bars. Aufgrund der Lage spielen Fisch und Meeresfrüchte hier eine wichtige Rolle.

Palmenpromenade in Los Cristianos mit Spaziergängern und Gebäuden nahe dem Meer

Direkt an der touristischen Promenade bezahlt man allerdings häufig etwas mehr für die Lage. Wer einige Straßen ins Ortsinnere geht und die Speisekarten vergleicht, findet oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei Fischrestaurants sollte man außerdem nach dem pescado del día, dem Fisch des Tages, fragen.

La Orotava und der Norden: traditionelle kanarische Küche

Wer weniger touristisch und stärker kanarisch essen möchte, sollte den Norden Teneriffas einplanen. La Orotava und die umliegenden Gemeinden sind eine gute Ausgangsbasis für Restaurants mit Papas arrugadas, Queso asado, Fleischgerichten und lokalen Weinen.

Im Norden begegnet man außerdem häufiger den sogenannten Guachinches. Diese traditionellen Lokale sind eng mit dem lokalen Weinbau verbunden und bieten typischerweise eine überschaubare Auswahl einfacher kanarischer Gerichte. Ein Guachinche ist daher nicht einfach eine andere Bezeichnung für eine Tapas-Bar.

Tapas-Bar, Restaurant oder Guachinche?

Eine klassische Tapas-Bar eignet sich am besten, wenn man viele kleine Gerichte probieren und vielleicht mehrere Lokale besuchen möchte. Ein Restaurant bietet normalerweise eine größere Speisekarte und ist für Familien oder einen längeren Abend besonders unkompliziert.

Ein Guachinche ist dagegen interessant, wenn kanarische Hausmannskost, lokaler Wein und eine einfache Atmosphäre im Mittelpunkt stehen sollen. Vor allem für Besucher mit Mietwagen und für Menschen, die auf Teneriffa leben, lohnt sich die Suche nach traditionellen Lokalen in den Weinregionen des Nordens.

So bestellst du Tapas sinnvoll

Bei Tapas gilt: lieber zunächst etwas weniger bestellen. Für zwei Personen können beispielsweise Papas arrugadas, Queso asado, Croquetas und eine Fisch- oder Fleisch-Tapa eine gute erste Runde sein. Danach lässt sich problemlos ergänzen.

Bei drei oder vier Personen kann man entsprechend mehr unterschiedliche Gerichte wählen. Sinnvoll ist eine Mischung aus Kartoffeln oder Gemüse, Käse, Fisch beziehungsweise Meeresfrüchten und einem Fleischgericht.

Lokale Weine zu Tapas probieren

Teneriffa besitzt eine lange Weinbautradition. Durch vulkanische Böden, unterschiedliche Höhenlagen und verschiedene Mikroklimata entstehen Weine mit eigenständigem Charakter. Deshalb lohnt es sich, zu Tapas ausdrücklich nach einem Wein von Teneriffa zu fragen.

Ein trockener Weißwein passt besonders gut zu Garnelen, Fisch und Pulpo. Zu Chorizo und kräftigeren Fleischgerichten bietet sich eher Rotwein an. Wer im Norden einen Guachinche besucht, kann dort häufig direkt lokalen Wein zur kanarischen Küche probieren.

Praktische Tipps für einen Tapas-Abend

Die teuerste Lage ist nicht automatisch die beste. Besonders in touristischen Küstenorten lohnt es sich, die Restaurants unmittelbar an der Promenade mit Lokalen ein oder zwei Straßen weiter zu vergleichen. Achte außerdem auf Tagesgerichte und auf Restaurants, in denen auch Einheimische essen.

Die Essenszeiten sind auf Teneriffa häufig später als in Deutschland. Wer schon am frühen Abend essen möchte, sollte berücksichtigen, dass manche traditionell ausgerichteten Küchen erst später öffnen. Am Freitag- und Samstagabend können beliebte Lokale dagegen schnell voll werden.

Wer mehrere Restaurants ausprobieren möchte, bestellt pro Station am besten nur ein oder zwei Tapas und ein Getränk. Diese Art des Tapas-Hoppings funktioniert besonders gut in kompakten Stadtzentren wie La Laguna.

Fazit: Kleine Gerichte, große kulinarische Vielfalt

Tapas auf Teneriffa sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Küche der Insel ohne großes Menü kennenzulernen. Papas arrugadas mit Mojo und Queso asado stehen für die kanarische Tradition, während Gambas al ajillo, Croquetas, Tortilla española und Pulpo die Verbindung zur spanischen Küche zeigen.

Für einen abwechslungsreichen Abend bietet sich die historische Altstadt von La Laguna an. Wer Fisch und Meeresfrüchte mit einem Spaziergang am Meer verbinden möchte, findet in Los Cristianos eine große Auswahl. Für traditionellere kanarische Küche, Guachinches und lokale Weine lohnt sich dagegen der Weg nach La Orotava und in den Norden Teneriffas.

Am besten bestellt man nicht alles auf einmal: einige unterschiedliche Gerichte auswählen, gemeinsam probieren und anschließend entscheiden, was noch auf den Tisch kommen soll. Genau diese entspannte Mischung aus Essen, Teilen und Entdecken macht einen guten Tapas-Abend auf Teneriffa aus.

Finde deine perfekte Tour auf Teneriffa

Entdecke die schönsten Orte der Insel mit sorgfältig ausgewählten Touren. Ob Vulkanlandschaften, Strände oder versteckte Natur – buche jetzt dein Erlebnis und genieße Teneriffa ohne Stress.

Touren entdecken