Teneriffa Reiseführer

Entdecke Teneriffa: Strände, Natur und Erlebnisse auf den Kanarischen Inseln

Sicherheit auf Teneriffa: Was du wissen solltest

Teneriffa gilt grundsätzlich als sicheres Reiseziel. In den Urlaubsorten im Süden, in Santa Cruz, Puerto de la Cruz oder in kleineren Küstenorten kann man sich auch abends meist problemlos bewegen. Trotzdem ist die Insel kein Ort ohne Risiken. Die häufigsten Probleme haben weniger mit schwerer Kriminalität zu tun als mit Taschendiebstahl, aufgebrochenen Mietwagen, gefährlichen Straßenabschnitten, starken Meeresströmungen und unterschätzten Wanderungen.

Wer diese typischen Situationen kennt, kann viele Schwierigkeiten leicht vermeiden. Besonders wichtig ist dabei, zwischen den touristischen Zentren, abgelegenen Naturgebieten und dem Straßenverkehr zu unterscheiden.

Wie sicher ist Teneriffa für Urlauber?

Im normalen Urlaubsalltag fühlt sich Teneriffa in vielen Gegenden ausgesprochen entspannt an. Orte wie Costa Adeje, Los Cristianos, El Médano, Puerto de la Cruz, La Laguna oder Santa Cruz de Tenerife sind tagsüber stark belebt, und auch am Abend sind Restaurants, Promenaden und Plätze häufig noch gut besucht.

Das bedeutet allerdings nicht, dass man Wertsachen sorglos herumliegen lassen sollte. Wo viele Urlauber unterwegs sind, gibt es auch Gelegenheitsdiebstahl.

Besonders aufmerksam sollte man an stark frequentierten Orten sein, beispielsweise rund um die Promenaden von Playa de las Américas und Los Cristianos, an Busbahnhöfen, auf Märkten oder bei größeren Veranstaltungen. Auch am beliebten Strand Las Teresitas bei Santa Cruz sollte eine Tasche nicht unbeaufsichtigt auf dem Handtuch bleiben, während man längere Zeit schwimmt.

Für einen normalen Abendspaziergang entlang der Strandpromenade von Costa Adeje sind dagegen keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen reichen in aller Regel aus.

Taschendiebstahl: Wo Aufmerksamkeit sinnvoll ist

Taschendiebstahl ist eines der realistischeren Kriminalitätsrisiken für Besucher. Die Situation ähnelt anderen stark touristisch geprägten Regionen Spaniens.

Problematisch sind vor allem Situationen, in denen viele Menschen dicht zusammenstehen: volle Busse, Warteschlangen, Einkaufsstraßen oder Veranstaltungen. Wer beispielsweise mit einem voll besetzten TITSA-Bus zwischen Santa Cruz und La Laguna oder im Süden zwischen Los Cristianos und Costa Adeje fährt, sollte Smartphone und Geldbörse nicht offen in einer hinteren Hosentasche tragen.

Am Strand empfiehlt sich ebenfalls Zurückhaltung. Reisepass, mehrere Bankkarten und größere Bargeldbeträge müssen nicht gemeinsam mit zum Baden genommen werden. Wer zu zweit unterwegs ist, kann abwechselnd schwimmen gehen. Alleinreisende sind mit einer kleinen wasserdichten Tasche für Schlüssel und Karte oft besser beraten, als sämtliche Wertsachen unbeaufsichtigt am Strand zurückzulassen.

Mietwagen und Autoeinbrüche

Ein unterschätztes Thema auf Teneriffa sind Diebstähle aus abgestellten Fahrzeugen. Das betrifft insbesondere Mietwagen, die für Diebe relativ leicht als solche erkennbar sein können.

Das Risiko ist nicht überall gleich hoch. Vorsicht ist vor allem an abgelegenen Aussichtspunkten, Wanderparkplätzen und wenig frequentierten Straßen angebracht. Wer beispielsweise zu einer Wanderung ins Anaga-Gebirge, nach Teno, in Richtung Masca oder zu einem abgelegenen Küstenabschnitt fährt, sollte im Wagen nichts sichtbar liegen lassen.

Auch eine vermeintlich wertlose Tasche kann zum Problem werden: Ein Dieb weiß schließlich nicht, ob darin nur ein Handtuch oder ein Laptop liegt.

Koffer gehören deshalb in den geschlossenen Kofferraum – idealerweise bereits vor der Ankunft am Parkplatz. Noch besser ist es, Gepäck zuerst im Hotel oder Apartment abzugeben.

In touristischen Zentren gibt es zahlreiche bewachte oder stark frequentierte Parkmöglichkeiten. Sie können komfortabler sein als ein kostenloser, völlig abgelegener Stellplatz. Für einige Stunden Parken sind je nach Ort und Anlage ungefähr 2 bis 10 Euro realistisch.

Das Meer ist häufig gefährlicher als die Kriminalität

Bei der Sicherheit auf Teneriffa wird oft über Diebstahl gesprochen, obwohl für Urlauber das Meer eines der wichtigeren tatsächlichen Risiken darstellt.

Der Atlantik kann selbst bei sonnigem Wetter kräftige Wellen und Strömungen entwickeln. Besonders an natürlichen Stränden im Norden und an abgelegenen Küstenabschnitten sollte man die Bedingungen nicht nach dem ersten Eindruck beurteilen.

Ein gutes Beispiel ist Playa de Benijo im Anaga-Gebirge. Der Strand ist spektakulär, aber je nach Wetter und Wellengang wesentlich anspruchsvoller als geschützte Strände im Süden.

Für Familien oder unsichere Schwimmer sind Playa de Las Vistas zwischen Los Cristianos und Playa de las Américas oder Playa de Las Teresitas häufig angenehmere Optionen. Auch dort müssen natürlich Flaggen und aktuelle Bedingungen beachtet werden.

Besondere Vorsicht gilt bei natürlichen Meeresschwimmbecken. Bei starkem Wellengang kann eine einzelne größere Welle über Mauern und Felsen schlagen. Absperrungen an solchen Stellen sollte man deshalb niemals als übertriebene Bürokratie betrachten.

Die Flaggen am Strand ernst nehmen

Das System ist einfach: Grün bedeutet relativ günstige Bedingungen, Gelb verlangt erhöhte Vorsicht und Rot bedeutet Badeverbot. Zusätzlich können Warnungen vor Quallen oder anderen Gefahren angezeigt werden.

Gerade bei roter Flagge sollte man nicht davon ausgehen, dass das Wasser sicher ist, nur weil andere Menschen trotzdem hineingehen.

Wandern: Wetter, Höhe und schwieriges Gelände

Teneriffa wird häufig als klassische Strandinsel wahrgenommen, besitzt aber Gebiete mit alpinem Charakter. Innerhalb einer Stunde kann man vom warmen Küstenbereich auf mehr als 2.000 Meter Höhe fahren.

Im Teide-Nationalpark unterscheiden sich Temperatur, Wind und Sonneneinstrahlung erheblich von den Bedingungen an der Küste. Wer morgens bei 22 °C in Costa Adeje startet, kann oben deutlich niedrigere Temperaturen und starken Wind erleben.

Auch Anaga sollte nicht unterschätzt werden. Wege rund um Taganana, Afur, Chamorga oder Chinamada können nach Regen rutschig sein. Dazu kommen steile Abhänge und Abschnitte mit eingeschränktem Mobilfunkempfang.

Für bekannte Touren wie die Masca-Schlucht gelten zudem besondere Zugangs- und Organisationsregeln. Vor solchen Wanderungen sollte man deshalb immer prüfen, ob Reservierungen, bestimmte Ausrüstung oder Transportlösungen erforderlich sind.

Feste Schuhe sind bei anspruchsvolleren Wegen wesentlich sinnvoller als Sandalen. Wasser sollte man ebenfalls nicht erst unterwegs kaufen wollen: Auf abgelegenen Strecken gibt es oft kilometerlang keine Bar und keinen Laden.

Autofahren auf Teneriffa: andere Risiken als auf dem Festland

Die Autobahnen TF-1 und TF-5 sind grundsätzlich gut ausgebaut. Anspruchsvoller werden die Bergstraßen.

Die Strecke nach Masca ist ein typisches Beispiel: enge Kurven, Gefälle, Busse, Fahrräder und entgegenkommende Fahrzeuge verlangen deutlich mehr Konzentration als eine Fahrt auf der Autobahn. Ähnliches gilt für Teile des Anaga-Gebirges.

Wer wenig Erfahrung mit Bergstraßen hat, sollte solche Fahrten möglichst bei Tageslicht unternehmen. Ein kleiner Mietwagen ist auf engen Straßen häufig praktischer als ein großes SUV.

Ein weiteres Thema ist die Parkplatzsuche. In älteren Orten wie La Laguna, Puerto de la Cruz oder Santa Cruz sind manche Straßen eng und Parkplätze knapp. Ein kostenpflichtiges Parkhaus kann hier wesentlich entspannter sein als langes Suchen in unbekannten Seitenstraßen.

Nachtleben in Playa de las Américas

Wer wegen Bars und Clubs nach Teneriffa kommt, trifft vor allem in Playa de las Américas auf ein konzentriertes Nachtleben. Rund um Veronicas Strip und die angrenzenden Straßen geht es deutlich lebhafter zu als beispielsweise in Costa Adeje oder Puerto de la Cruz.

Die üblichen Risiken sind dort ähnlich wie in anderen europäischen Partygebieten: stark alkoholisierte Besucher, Streitigkeiten, verlorene Smartphones und gelegentliche Diebstähle.

Getränke sollte man nicht unbeaufsichtigt stehen lassen. Wer nachts zurück zum Hotel muss, sollte außerdem vorher wissen, wie er nach Hause kommt. Offizielle Taxis sind normalerweise die unkomplizierteste Lösung, besonders wenn die Unterkunft nicht zu Fuß erreichbar ist.

Wer dagegen einen ruhigen Abend mit Restaurants und anschließendem Spaziergang sucht, fühlt sich an der Promenade von Costa Adeje, beispielsweise rund um Fañabé oder Playa del Duque, meist wohler.

Notruf, Polizei und medizinische Hilfe

Die wichtigste Nummer ist 112. Über diese zentrale Notrufnummer erreicht man auf den Kanarischen Inseln unter anderem Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei.

Für Reisende aus Deutschland und anderen EU-Ländern ist die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) bei medizinisch notwendigen Behandlungen im öffentlichen System hilfreich. Eine zusätzliche Reiseversicherung kann trotzdem sinnvoll sein, insbesondere wegen Leistungen, die von der gesetzlichen Absicherung nicht oder nur teilweise übernommen werden.

Apotheken erkennt man am grünen Kreuz. In größeren Orten wie Santa Cruz, La Laguna, Puerto de la Cruz, Los Cristianos oder Adeje gibt es außerdem Apotheken mit erweiterten Öffnungszeiten beziehungsweise Notdiensten.

Waldbrände und extreme Wetterlagen

Nächtliche Szene im Hafen von Puerto de la Cruz mit beleuchteter Statue, historischem Gebäude und dunklem Himmel.

Vor allem während längerer trockener und heißer Perioden können Waldbrände zum ernsthaften Thema werden. Gefährdet sind insbesondere bewaldete Höhenlagen und Teile der Inselmitte.

Bei erhöhter Waldbrandgefahr können Wanderwege, Zufahrtsstraßen, Grillplätze oder ganze Waldgebiete kurzfristig gesperrt werden. Solche Sperrungen sollte man unbedingt respektieren.

Auch ungewöhnlich hohe Temperaturen, starker Wind oder Calima können geplante Aktivitäten verändern. Eine Wanderung, die bei normalen Bedingungen angenehm ist, kann bei großer Hitze erheblich belastender werden.

Fazit: Teneriffa ist sicher – wenn man die Insel richtig einschätzt

Für die meisten Besucher ist Teneriffa ein sehr unkompliziertes und sicheres Reiseziel. In Costa Adeje, Los Cristianos, Santa Cruz, La Laguna oder Puerto de la Cruz kann man sich im normalen Alltag meist entspannt bewegen.

Die wichtigsten Risiken liegen weniger in schwerer Kriminalität als in typischen Urlaubssituationen: unbeaufsichtigte Wertsachen, Gepäck im Mietwagen, starke Atlantikwellen, anspruchsvolle Bergstraßen und schlecht vorbereitete Wanderungen.

Wer nachts in Playa de las Américas etwas aufmerksamer ist, im Mietwagen keine Taschen sichtbar liegen lässt, rote Flaggen am Strand respektiert und Ausflüge nach Anaga, Masca oder zum Teide entsprechend vorbereitet, hat bereits die wichtigsten Sicherheitsregeln berücksichtigt. So lässt sich Teneriffa ohne unnötige Sorge genießen – vom Strandtag im Süden bis zur Wanderung in den Bergen.

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