Internet & SIM-Karten auf Teneriffa: Alles, was du wissen solltest
Wer nach Teneriffa reist, braucht sich um die Internetversorgung normalerweise wenig Sorgen zu machen. Die Insel verfügt in den Städten und Ferienorten über ein gut ausgebautes Mobilfunknetz, und auch Glasfaseranschlüsse sind weit verbreitet. Selbst wer mehrere Wochen bleibt oder von Teneriffa aus arbeitet, kann meist problemlos eine schnelle Verbindung bekommen.
Trotzdem gibt es Unterschiede. In Costa Adeje oder Santa Cruz ist die Situation eine andere als in einem kleinen Dorf im Anaga-Gebirge. Bei SIM-Karten wiederum lohnt es sich, zwischen den großen Netzbetreibern und günstigeren Marken zu unterscheiden. Und für Reisende aus Deutschland oder anderen EU-Ländern stellt sich zunächst die Frage, ob eine spanische SIM überhaupt notwendig ist.
Braucht man auf Teneriffa eine spanische SIM-Karte?
Für Urlauber aus Deutschland, Österreich und anderen EU-Ländern lautet die Antwort meistens: nein. Da die Kanarischen Inseln zu Spanien gehören, gelten grundsätzlich die EU-Roaming-Regeln. Eine deutsche SIM-Karte funktioniert auf Teneriffa daher in der Regel zu den Konditionen des heimischen Tarifs.
Bei einem normalen ein- oder zweiwöchigen Urlaub ist das die bequemste Lösung. Nach der Landung am Flughafen Teneriffa Süd oder Teneriffa Nord schaltet sich das Smartphone automatisch in ein spanisches Netz ein.
Interessanter wird eine lokale SIM bei längeren Aufenthalten. Wer mehrere Monate auf der Insel verbringt, sehr große Datenmengen benötigt oder eine spanische Telefonnummer für Vermieter, Lieferdienste und andere lokale Kontakte haben möchte, fährt mit einem spanischen Prepaid-Tarif häufig besser.
Außerhalb der EU sieht es ebenfalls anders aus. Bei Tarifen aus der Schweiz, Großbritannien, den USA oder Lateinamerika können hohe Roamingkosten entstehen. In diesem Fall lohnt sich eine lokale SIM oder eSIM oft schon für einen kurzen Urlaub.
Welche Mobilfunkanbieter gibt es auf Teneriffa?
Die wichtigsten spanischen Netze werden von Movistar, Vodafone und MasOrange betrieben. Daneben existieren zahlreiche günstigere Marken und virtuelle Anbieter.
Movistar: gute Wahl für abgelegenere Regionen
Movistar gehört zu Telefónica und verfügt über eines der umfangreichsten Netze Spaniens. Auf Teneriffa ist das besonders interessant, wenn man nicht nur in den touristischen Zentren unterwegs ist.
In Santa Cruz, La Laguna, Puerto de la Cruz, Los Cristianos und Costa Adeje ist die Versorgung ohnehin sehr gut. Unterschiede können eher in ländlichen Gegenden auffallen – beispielsweise im Anaga-Gebirge, rund um Teno oder auf Straßen durch dünn besiedelte Bergregionen.
Für Wanderer, Inselerkunder und Menschen, die dauerhaft auf Teneriffa leben, kann eine starke Netzabdeckung wichtiger sein als ein paar Euro Preisunterschied.
Vodafone und Orange/MasOrange
Auch Vodafone sowie die zum MasOrange-Umfeld gehörenden Angebote sind auf Teneriffa weit verbreitet. In den dicht besiedelten Küstenregionen funktionieren die großen Netze normalerweise zuverlässig.
Wer beispielsweise in Playa de las Américas wohnt und hauptsächlich zwischen Los Cristianos, Costa Adeje und dem Flughafen Teneriffa Süd unterwegs ist, wird im Alltag selten große Unterschiede feststellen.
Interessanter wird der Vergleich erst bei einer bestimmten Wohnung oder einem abgelegenen Aufenthaltsort. Schon zwei Häuserblocks oder die Lage eines Apartments können den Indoor-Empfang verändern.
DIGI, Lowi und andere günstige Anbieter
Wer länger auf Teneriffa bleibt, sollte auch preisgünstigere Marken wie DIGI oder Lowi prüfen. Solche Anbieter sind besonders interessant, wenn möglichst viele Gigabyte für wenig Geld gefragt sind.
Je nach Tarif und laufender Aktion liegen einfache Mobilfunktarife häufig ungefähr im Bereich von 5 bis 15 Euro pro Monat, während größere Datenpakete oder umfangreichere Kombinationen entsprechend mehr kosten können. Die Angebote ändern sich regelmäßig, weshalb man vor dem Kauf die aktuellen Konditionen prüfen sollte.
Für einen Aufenthalt von mehreren Monaten kann der Preisunterschied gegenüber einem klassischen Vertrag durchaus relevant werden.
Prepaid-SIM auf Teneriffa kaufen
Eine Prepaid-Karte – auf Spanisch meist tarjeta prepago genannt – ist für Reisende die unkomplizierteste lokale Lösung.
Am einfachsten kauft man sie in einem offiziellen Shop des jeweiligen Mobilfunkanbieters oder bei einem seriösen Telefonladen. In Santa Cruz findet man zahlreiche Geschäfte rund um die zentralen Einkaufsstraßen und das Gebiet um die Plaza de España. Auch in La Laguna, Puerto de la Cruz, Los Cristianos und im Raum Costa Adeje gibt es entsprechende Verkaufsstellen.
Für die Registrierung einer spanischen SIM wird normalerweise ein Ausweisdokument benötigt. Als Tourist nimmt man am besten den Reisepass oder Personalausweis mit.
Preislich sollte man grob mit 10 bis 20 Euro für einen brauchbaren Prepaid-Tarif rechnen. Je nach Anbieter sind dabei bereits größere Datenpakete und teilweise nationale oder internationale Gesprächsminuten enthalten.
Vorsicht ist bei kleinen Verkaufsständen geboten, die spezielle „Tourist SIM“-Pakete deutlich teurer anbieten. Ein vermeintlich besonders praktisches Urlaubspaket für 30 oder 40 Euro ist nicht automatisch besser als ein regulärer spanischer Prepaid-Tarif.
eSIM: besonders praktisch für einen kurzen Aufenthalt
Bei neueren Smartphones ist eine eSIM häufig die bequemste Alternative. Sie kann bereits vor dem Abflug eingerichtet werden, sodass nach der Landung sofort eine Datenverbindung zur Verfügung steht.
Das ist vor allem für Besucher aus Nicht-EU-Ländern interessant. Man muss keinen Telefonladen suchen und kann die physische SIM des Heimatlandes im Smartphone lassen.
Allerdings sollte man die Preise vergleichen. Internationale Reise-eSIMs sind bequem, aber pro Gigabyte häufig teurer als lokale spanische Angebote.
Für einen Urlaub von einer Woche mit moderatem Datenverbrauch kann dieser Aufpreis kaum ins Gewicht fallen. Wer dagegen einen Monat bleibt, täglich Videos streamt oder über das Mobilfunknetz arbeitet, sollte lokale Tarife vergleichen.
Wie gut sind 4G und 5G auf Teneriffa?
In den Ballungs- und Touristengebieten ist mobiles Internet normalerweise schnell. 4G ist praktisch Standard, während 5G besonders in größeren Orten und entlang wichtiger Siedlungsachsen verfügbar ist.
Gute Bedingungen findet man beispielsweise in:
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Santa Cruz de Tenerife und La Laguna
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Costa Adeje und Playa de las Américas
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Los Cristianos
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Puerto de la Cruz
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El Médano
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größeren Wohngebieten entlang der Autobahnen TF-1 und TF-5.
Ganz anders kann die Situation in den Bergen aussehen. Wer von Santa Cruz nach Taganana oder Almáciga fährt, durch das Anaga-Gebirge wandert oder abgelegene Teile des Teno-Gebirges besucht, sollte nicht davon ausgehen, überall eine stabile Datenverbindung zu haben.
Auch in tief eingeschnittenen Barrancos und hinter Bergrücken können Funklöcher auftreten. Offline-Karten sind für solche Touren deshalb sinnvoll.
WLAN in Hotels, Apartments und Ferienwohnungen
Kostenloses WLAN gehört bei Hotels auf Teneriffa mittlerweile weitgehend zum Standard. Die Qualität kann allerdings erheblich schwanken.
Ein Hotel in Costa Adeje kann einen schnellen Glasfaseranschluss besitzen, während das WLAN im Zimmer wegen schlecht platzierter Access Points trotzdem langsam ist. Bei Ferienwohnungen hängt die Qualität noch stärker von der vorhandenen Technik ab.
Wer nur WhatsApp, Google Maps und Nachrichten benötigt, muss sich darüber kaum Gedanken machen. Für Videokonferenzen oder große Uploads reicht die Angabe „kostenloses WLAN“ in einer Unterkunftsbeschreibung dagegen nicht aus.
Bei längeren Aufenthalten lohnt es sich, den Vermieter nach der tatsächlichen Anschlussart und Geschwindigkeit zu fragen. Ideal ist fibra óptica, also Glasfaser.
Festnetz-Internet für längere Aufenthalte
Teneriffa ist überraschend gut mit Glasfaser erschlossen. In Santa Cruz, La Laguna und vielen dicht bebauten Küstenorten sind schnelle Anschlüsse mit mehreren hundert Mbit/s keine Besonderheit.
Auch Wohnorte außerhalb der großen Touristenzentren können sehr gut angebunden sein. In Gebieten wie Radazul oder Tabaiba beispielsweise ist schnelles Internet für Homeoffice grundsätzlich kein ungewöhnliches Problem.
Typische Glasfasertarife bewegen sich je nach Anbieter, Geschwindigkeit und Kombination mit Mobilfunk ungefähr zwischen 20 und 40 Euro monatlich. Angebote mit mehreren Mobilfunklinien, Fernsehen oder Zusatzleistungen können deutlich darüber liegen.
Vor Abschluss eines Vertrages sollte man allerdings immer die Verfügbarkeit für die exakte Adresse prüfen. Dass im Nachbarhaus Glasfaser vorhanden ist, garantiert nicht automatisch denselben Anschluss im eigenen Gebäude.
Mobiler Router als Alternative zur Glasfaser
Wer nur einige Wochen oder wenige Monate bleibt, möchte normalerweise keinen langfristigen Festnetzvertrag abschließen. Dann kann ein 4G- oder 5G-Router mit spanischer SIM interessant sein.
Das funktioniert besonders gut in Orten mit starkem Mobilfunksignal. In Costa Adeje, Los Cristianos, Santa Cruz oder dicht bebauten Küstenregionen kann ein solcher Router problemlos für Streaming und normales Homeoffice ausreichen.
Bei Videokonferenzen und größeren Uploads sollte man jedoch nicht nur auf die Downloadgeschwindigkeit achten. Stabilität, Upload und Latenz sind mindestens genauso wichtig.
Für dauerhaftes Remote Work ist ein echter Glasfaseranschluss deshalb normalerweise die bessere Lösung. Für eine Ferienwohnung über sechs Wochen kann ein mobiler Router dagegen wesentlich flexibler sein.
Öffentliches WLAN: praktisch, aber selten notwendig
Cafés, Einkaufszentren, Hotels und Coworking-Spaces bieten häufig WLAN. In größeren Einkaufszentren wie dem Siam Mall bei Costa Adeje oder dem Centro Comercial Meridiano in Santa Cruz findet man ebenfalls Möglichkeiten, online zu gehen.
Darauf angewiesen ist man heute allerdings kaum noch. Mit einem europäischen Mobilfunktarif oder einer günstigen spanischen SIM ist mobiles Internet meist schneller und unkomplizierter.
Wer unterwegs arbeiten möchte, sollte sich außerdem nicht ausschließlich auf das WLAN eines Cafés verlassen. Ein Smartphone mit ausreichend Datenvolumen als Hotspot ist eine sinnvolle Reserve.
Welche Lösung passt zu welchem Aufenthalt?
Für einen ein- bis zweiwöchigen Urlaub aus Deutschland reicht die bestehende EU-SIM normalerweise völlig aus.
Bei einem Besucher aus einem Nicht-EU-Land ist eine eSIM besonders bequem; bei höherem Datenbedarf kann eine lokale Prepaid-SIM günstiger sein.
Für ein bis drei Monate auf Teneriffa lohnt sich ein spanischer Prepaid- oder monatlich kündbarer Tarif. Wer viel arbeitet, kann zusätzlich einen 4G-/5G-Router verwenden.
Bei einem dauerhaften Aufenthalt ist die Kombination aus Glasfaser zu Hause und günstigem spanischem Mobilfunktarif meist die beste Lösung.
Und wer häufig in Anaga, Teno oder anderen abgelegenen Gebieten unterwegs ist, sollte bei der Anbieterwahl stärker auf Netzabdeckung als auf den niedrigsten Preis achten.
Fazit: Internet auf Teneriffa ist unkompliziert – mit wenigen Ausnahmen
Teneriffa ist digital wesentlich besser erschlossen, als manche Besucher bei einer Atlantikinsel erwarten. In Santa Cruz, La Laguna, Puerto de la Cruz und den großen Ferienorten im Süden gehören schnelles Mobilfunknetz und Glasfaser längst zum Alltag.
Für EU-Urlauber ist meistens nicht einmal eine neue SIM erforderlich. Reisende aus anderen Ländern können zwischen eSIM und spanischer Prepaid-Karte wählen, während Langzeitaufenthalter mit lokalen Mobilfunktarifen meist günstiger fahren.
Entscheidend ist vor allem der Aufenthaltsort. Wer in Costa Adeje am Pool Nachrichten verschickt, hat andere Anforderungen als jemand, der aus einer Ferienwohnung arbeitet oder regelmäßig durch Anaga und Teno wandert. Für Homeoffice sollte man deshalb die Internetversorgung der konkreten Unterkunft prüfen; für Ausflüge in die Berge gehören Offline-Karten trotz guter Mobilfunkabdeckung weiterhin aufs Smartphone.