Drohnenaufnahmen auf Teneriffa: Die besten Locations, Regeln und Tipps
Teneriffa gehört zu den spannendsten Inseln Europas für Luftaufnahmen. Auf relativ kleiner Fläche wechseln sich vulkanische Hochgebirgslandschaften, schwarze Strände, grüne Bergketten, gewaltige Steilküsten und moderne Ferienorte ab. Für Fotografen, Videofilmer und Content Creator entstehen dadurch Motive, die aus der Luft eine völlig andere Wirkung entfalten als vom Boden.
Allerdings ist nicht jeder spektakuläre Aussichtspunkt automatisch ein geeigneter Startplatz für eine Drohne. Auf Teneriffa spielen Naturschutzgebiete, die Flughäfen Tenerife Norte und Tenerife Sur, kontrollierter Luftraum sowie weitere geografische UAS-Zonen eine wichtige Rolle. Wer Drohnenaufnahmen auf Teneriffa plant, sollte deshalb immer zwei Fragen getrennt betrachten: Wo gibt es die schönsten Motive – und wo darf tatsächlich geflogen werden?
Warum Teneriffa für Drohnenaufnahmen so interessant ist
Eine der größten Stärken Teneriffas ist die enorme landschaftliche Vielfalt. Zwischen der trockenen Südküste und dem feuchten, grünen Norden liegen teilweise nur wenige Dutzend Kilometer. Im Zentrum erhebt sich der 3.715 Meter hohe Teide über eine karge Vulkanlandschaft, während im Nordosten die bewaldeten Berge von Anaga bis unmittelbar an den Atlantik reichen.
Besonders interessante Motive sind:
- Vulkanlandschaften und erstarrte Lava
- Steilküsten und tiefe Schluchten
- schwarze Sandstrände und Atlantikwellen
- historische Orte und kanarische Architektur
- Bergstraßen und abgelegene Dörfer
- moderne Hotels, Pools und Küstenpromenaden
- Windsurfer und Kitesurfer an der Südküste
Wer mehrere Tage auf der Insel verbringt, kann dadurch sehr unterschiedliche Aufnahmen kombinieren, ohne große Entfernungen zurücklegen zu müssen.
Die schönsten Locations für Drohnenaufnahmen auf Teneriffa
Teide-Nationalpark – Teneriffas Vulkanlandschaft
Der Teide und die ihn umgebende Caldera gehören zu den spektakulärsten Landschaften der Kanaren. Lavafelder, Felsformationen und die weiten Flächen der Las Cañadas wirken besonders morgens und am späten Nachmittag fast außerirdisch. Bei klarem Wetter sind teilweise auch andere Kanarische Inseln am Horizont zu erkennen.
Für Drohnenpiloten ist jedoch entscheidend, dass es sich um einen streng geschützten Nationalpark handelt. Ein Parkplatz oder eine freie Landschaftsfläche bedeutet keineswegs automatisch, dass dort gestartet und geflogen werden darf. Die aktuellen UAS- und Naturschutzbestimmungen für den konkreten Standort müssen deshalb unbedingt vorab geprüft werden.
Los Gigantes – gewaltige Klippen über dem Atlantik
Die Acantilados de Los Gigantes an der Westküste zählen zu den markantesten Landschaftsformen Teneriffas. Die mehrere hundert Meter hohen Felswände des Teno-Massivs fallen nahezu senkrecht ins Meer. Besonders interessant sind Perspektiven, bei denen die Klippen zusammen mit dem Hafen, dem Küstenort und dem offenen Atlantik zu sehen sind.
An den Klippen sollte der Wind nicht unterschätzt werden. Selbst wenn es am Startpunkt relativ ruhig erscheint, können weiter draußen oder oberhalb der Felswände deutlich stärkere Böen auftreten. Auch hier müssen die geografischen Flugbeschränkungen des konkreten Standorts geprüft werden.
Anaga-Gebirge – grüne Berge und dramatische Wolken
Das Anaga-Gebirge im Nordosten zeigt die grüne Seite Teneriffas. Steile Berghänge, tiefe Schluchten, Lorbeerwald und kleine Orte wie Taganana schaffen eine Landschaft, die kaum etwas mit den trockenen Regionen im Süden gemeinsam hat.
Besonders reizvoll sind Tage, an denen Wolken über die Bergkämme ziehen. Dadurch entstehen atmosphärische Aufnahmen mit ständig wechselndem Licht. Große Bereiche Anagas stehen allerdings unter besonderem Natur- und Landschaftsschutz. Die Flugmöglichkeit muss deshalb immer für den exakten Standort und nicht pauschal für „Anaga“ geprüft werden.
Playa de Benijo – schwarzer Strand und wilder Atlantik
Hinter Taganana liegt Playa de Benijo, einer der fotogensten Strände im Norden Teneriffas. Schwarzer Vulkansand, starke Brandung und die markanten Felsen vor der Küste bilden eine eindrucksvolle Kulisse. Besonders gegen Abend ist das Licht interessant, wenn die Felsen als dunkle Silhouetten vor dem Atlantik erscheinen.
Benijo ist allerdings kein Ort, an dem man allein aufgrund der abgelegenen Lage automatisch von Flugfreiheit ausgehen sollte. Neben möglichen Schutzbestimmungen sind Wind, Besucher am Strand und die häufig kräftige Brandung zu berücksichtigen.
El Médano – Windsport und Montaña Roja
El Médano ist eines der europäischen Zentren für Wind- und Kitesurfen. Die Kombination aus Strand, Wassersportlern, Atlantik und der markanten Montaña Roja ermöglicht besonders dynamische Videoaufnahmen.
Für Drohnenpiloten ist El Médano gleichzeitig eine anspruchsvolle Region: Der Ort liegt unmittelbar im Umfeld des Flughafens Tenerife Sur. Die offene Landschaft darf daher keinesfalls als Hinweis darauf verstanden werden, dass dort ohne Weiteres geflogen werden kann. Vor einem geplanten Flug müssen die aktuellen Luftraumbeschränkungen besonders sorgfältig kontrolliert werden.
Costa Adeje – Hotels, Strände und moderne Architektur
Costa Adeje bietet einen starken Kontrast zu den wilden Landschaften im Norden. Rund um Playa del Duque, Fañabé, Torviscas und Puerto Colón dominieren Hotels, Apartmentanlagen, Promenaden, Pools und gepflegte Strände. Aus erhöhter Perspektive entstehen interessante geometrische Strukturen zwischen Bebauung und Küstenlinie.
Für Immobilien-, Hotel- und Tourismusaufnahmen ist Costa Adeje besonders interessant. Gleichzeitig machen die dichte Bebauung und die hohe Zahl an Besuchern die Flugplanung anspruchsvoller als in menschenleeren Landschaften. Wer kommerzielle Aufnahmen plant, sollte die Voraussetzungen für den konkreten Auftrag bereits im Voraus klären.
Garachico – historische Altstadt und Lavaküste
Garachico an der Nordküste verbindet historische Architektur mit einer ungewöhnlichen vulkanischen Küstenlandschaft. Nach dem Vulkanausbruch von 1706 prägte erstarrte Lava große Teile der Küste. Heute gehören die natürlichen Meerwasserbecken von El Caletón zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Ortes.
Interessant sind Perspektiven, bei denen Altstadt, Küste und der Roque de Garachico gemeinsam im Bild liegen. Früh am Morgen ist die Gegend häufig ruhiger als während der Hauptbesuchszeiten. Wegen der Bebauung und der Besucher sollte ein möglicher Flug jedoch besonders sorgfältig geplant werden.
Punta de Teno – spektakulärer Westen der Insel
Punta de Teno liegt am äußersten Westen Teneriffas. Der charakteristische Leuchtturm, dunkle Lavaflächen, der Atlantik und die Aussicht in Richtung Los Gigantes machen die Gegend landschaftlich außergewöhnlich interessant.
Die Abgeschiedenheit bedeutet allerdings nicht, dass hier automatisch mit einer Drohne geflogen werden darf. Punta de Teno liegt in einem geschützten Landschaftsraum. Wer speziell für Luftaufnahmen dorthin fahren möchte, sollte deshalb vor der Anreise prüfen, welche Einschränkungen und Genehmigungspflichten am gewünschten Standort aktuell gelten.
Drohne auf Teneriffa fliegen: Regeln unbedingt vorher prüfen
Auf Teneriffa gelten wie im übrigen Spanien die europäischen Vorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge sowie ergänzende nationale Regelungen. Je nach Drohne und Einsatz können unter anderem Betreiberregistrierung, entsprechende Pilotennachweise und weitere Voraussetzungen relevant sein. Auch bei sehr kleinen Drohnen können Registrierungspflichten bestehen, insbesondere wenn eine Kamera vorhanden ist.
Die spanische Luftfahrtbehörde AESA (Agencia Estatal de Seguridad Aérea) stellt Informationen zu den geltenden Drohnenvorschriften bereit. Für die praktische Flugplanung ist außerdem ENAIRE Drones wichtig. Dort können geografische UAS-Zonen und zahlreiche Einschränkungen für einen konkreten Standort geprüft werden.
Auf Teneriffa sind insbesondere folgende Bereiche relevant:
- Umgebung der Flughäfen Tenerife Sur und Tenerife Norte
- Nationalpark und andere geschützte Naturräume
- kontrollierter Luftraum
- bestimmte sensible oder infrastrukturell wichtige Bereiche
- dicht besiedelte und stark frequentierte Zonen
Wichtig: Verlasse dich nicht auf ältere Blogs oder Listen mit angeblich erlaubten Drohnenspots. Entscheidend ist die aktuelle Situation am exakten Flugort.
Wind und Wetter auf Teneriffa richtig einschätzen
Wind ist neben den rechtlichen Vorgaben einer der wichtigsten Faktoren für einen sicheren Flug. Besonders El Médano, Punta de Teno, exponierte Aussichtspunkte und Steilküsten können erheblich windiger sein als geschützte Orte wenige Kilometer entfernt.
Auch die Windgeschwindigkeit am Boden sagt nicht immer viel über die Bedingungen in größerer Höhe aus. An Bergkämmen und Klippen können Turbulenzen und Fallwinde entstehen. Bei starkem oder böigem Wind ist es sinnvoller, den Flug zu verschieben, selbst wenn die Drohne laut Hersteller theoretisch noch innerhalb ihrer maximalen Windtoleranz liegt.
Wann entstehen die besten Drohnenaufnahmen?
Für Landschaften sind die ersten Stunden nach Sonnenaufgang und die Zeit vor Sonnenuntergang meist interessanter als die Mittagszeit. Flaches Licht betont Bergkämme, Felsen und Lavaformationen und erzeugt längere Schatten. Morgens sind viele Strände und Aussichtspunkte außerdem deutlich leerer.
Die Westküste rund um Los Gigantes bietet besonders schöne Sonnenuntergänge. Im Norden sorgen Wolken häufig für dramatische Lichtstimmungen. Der Süden hat dagegen häufiger klaren Himmel und kräftiges Licht – allerdings auch Regionen mit starkem Wind.
Praktische Tipps für bessere Drohnenvideos
- Langsam fliegen: Ruhige, gleichmäßige Bewegungen wirken bei Landschaftsaufnahmen meist professioneller als schnelle Richtungswechsel.
- Nicht nur maximale Höhe nutzen: Flüge entlang einer Küste oder einer Lavaformation können interessanter sein als reine Aufnahmen von weit oben.
- Akkureserve behalten: Bei Gegenwind benötigt die Drohne auf dem Rückweg deutlich mehr Energie.
- Menschen respektieren: An Stränden und Aussichtspunkten sollten Privatsphäre und Sicherheitsabstände berücksichtigt werden.
- Fluggebiet vorher prüfen: Nicht erst am Startplatz feststellen, dass der geplante Bereich Einschränkungen unterliegt.
- Mehrere kurze Sequenzen aufnehmen: Für ein späteres Reisevideo sind unterschiedliche Bewegungen und Perspektiven meist nützlicher als ein einziger langer Flug.
Welche Region eignet sich für welche Art von Aufnahme?
Wer vor allem Vulkanlandschaften sucht, findet im Inselzentrum die eindrucksvollsten Motive. Für monumentale Küstenbilder sind Los Gigantes und der Westen besonders interessant. Anaga und die Nordküste bieten grüne Berge, Wolken und wilde Strände, während Costa Adeje eher für Hotels, Architektur und touristische Küstenlandschaften geeignet ist.
El Médano ist vor allem für bewegte Wassersportaufnahmen spannend. Garachico eignet sich dagegen für eine Kombination aus historischer Architektur und vulkanischer Küste. Wer mehrere dieser Regionen in einem Video verbindet, kann die landschaftlichen Gegensätze Teneriffas besonders gut zeigen.
Fazit: Teneriffa aus der Luft entdecken
Teneriffa bietet außergewöhnliche Motive für Luftbilder: die Klippen von Los Gigantes, die grünen Berge von Anaga, schwarze Strände, Garachicos Lavaküste, die Ferienlandschaft von Costa Adeje und die Vulkanwelt rund um den Teide. Gerade die Vielfalt macht die Insel für Fotografen und Videofilmer so attraktiv.
Ein schöner Standort ist jedoch nicht automatisch ein erlaubter Drohnenspot. Besonders auf einer Insel mit zwei Flughäfen und zahlreichen geschützten Naturräumen ist eine sorgfältige Planung unverzichtbar. Wer die aktuellen Informationen von AESA und ENAIRE berücksichtigt, den exakten Flugort kontrolliert und Wind sowie Besucheraufkommen realistisch einschätzt, hat die besten Voraussetzungen für sichere und eindrucksvolle Drohnenaufnahmen auf Teneriffa.




