Bootstouren auf Teneriffa: Wale und Delfine im Atlantik beobachten
Eine Bootstour auf Teneriffa gehört zu den schönsten Möglichkeiten, die Insel einmal aus einer völlig anderen Perspektive zu erleben. Besonders bekannt ist die Südwestküste für die Beobachtung von Walen und Delfinen. Zwischen Teneriffa und La Gomera liegen tiefe, nährstoffreiche Gewässer, in denen sich verschiedene Meeressäuger aufhalten – einige davon sogar das ganze Jahr über.
Die Auswahl reicht von kurzen Whale-Watching-Touren über komfortable Katamaranfahrten mit Badestopp bis zu kleinen Segelbooten und privaten Chartertouren. Die meisten Ausflüge starten in Costa Adeje und Los Cristianos. Welche Tour die beste ist, hängt davon ab, ob du hauptsächlich Tiere beobachten, einen entspannten Nachmittag auf dem Atlantik verbringen oder die Küste in Richtung Los Gigantes entdecken möchtest.
Warum Teneriffa ideal für Wal- und Delfinbeobachtung ist
Das Meeresgebiet zwischen Teneriffa und der Nachbarinsel La Gomera ist stellenweise mehrere tausend Meter tief. Gleichzeitig sorgen Strömungen und die besondere Unterwasserlandschaft für gute Lebensbedingungen für zahlreiche Meerestiere. Vor allem Kurzflossen-Grindwale und Große Tümmler werden regelmäßig vor der Südwestküste beobachtet.
Der große Vorteil gegenüber vielen anderen Whale-Watching-Reisezielen ist die fehlende kurze Hauptsaison: Auf Teneriffa sind Beobachtungsfahrten grundsätzlich das ganze Jahr über möglich. Eine Sichtung kann bei wild lebenden Tieren natürlich niemals garantiert werden, die Chancen sind in diesem Gebiet jedoch ausgesprochen gut.
Die wichtigsten Startpunkte für Bootstouren
Das größte Angebot findet man im Süden und Südwesten Teneriffas. Besonders wichtig sind Puerto Colón in Costa Adeje und der Hafen von Los Cristianos. Auch von anderen Orten werden Ausflüge angeboten, häufig handelt es sich dabei jedoch um Touren mit Transfer zu einem dieser Häfen.
Costa Adeje und Puerto Colón
Costa Adeje ist der wichtigste Ausgangspunkt für Whale-Watching-Touren auf Teneriffa. Die meisten Boote legen im Puerto Colón ab, dem Sport- und Ausflugshafen direkt neben Playa de la Pinta. Von hier gelangt man schnell in die Gewässer, in denen regelmäßig Grindwale und Delfine beobachtet werden.
Puerto Colón ist besonders praktisch, wenn du in Costa Adeje, La Caleta oder im Bereich Playa de las Américas wohnst. Rund um den Hafen befinden sich Restaurants, Cafés und Geschäfte. Wer mit dem Auto kommt, sollte etwas zusätzliche Zeit für Parkplatzsuche und den Weg zum richtigen Steg einplanen.
Los Cristianos
Der zweite wichtige Ausgangspunkt ist der Hafen von Los Cristianos. Neben den Fähren nach La Gomera, El Hierro und La Palma starten hier auch verschiedene Ausflugsboote zur Wal- und Delfinbeobachtung.
Für Urlauber, die direkt in Los Cristianos wohnen, ist dieser Hafen besonders bequem, da er von vielen Unterkünften zu Fuß erreichbar ist. Von hier werden sowohl kürzere Beobachtungstouren als auch längere Ausfahrten angeboten.
Playa de las Américas
Auch wenn Playa de las Américas selbst nicht der wichtigste Abfahrtshafen ist, eignet sich der Urlaubsort hervorragend als Ausgangspunkt. Puerto Colón und Los Cristianos liegen jeweils nur wenige Kilometer entfernt und sind mit Bus, Taxi oder teilweise sogar zu Fuß über die Küstenpromenade erreichbar.
Wer hier übernachtet, muss deshalb nicht unbedingt eine Tour mit Hoteltransfer buchen. Je nach Lage des Hotels kann die individuelle Anreise zum Hafen schneller und flexibler sein.
Welche Wale und Delfine kann man auf Teneriffa sehen?
Am häufigsten begegnet man vor der Südwestküste den Kurzflossen-Grindwalen, die häufig einfach als Pilotwale bezeichnet werden. Sie gehören trotz ihres Namens zur Familie der Delfine. Gruppen dieser Tiere halten sich regelmäßig im Kanal zwischen Teneriffa und La Gomera auf.
Ebenfalls häufig werden Große Tümmler beobachtet. Darüber hinaus können je nach Jahreszeit und mit etwas Glück andere Delfin- und Walarten auftauchen. Auch Meeresschildkröten werden gelegentlich vom Boot aus entdeckt.
Wichtig ist eine realistische Erwartung: Es handelt sich um wild lebende Tiere. Niemand kann vorhersagen, wann ein Delfin neben dem Boot auftaucht oder wie lange eine Gruppe Grindwale an der Oberfläche bleibt. Genau diese Unvorhersehbarkeit macht eine seriöse Whale-Watching-Tour interessant.
Welche Arten von Bootstouren gibt es?
Kurze Wal- und Delfinbeobachtung
Wer hauptsächlich Tiere sehen möchte, ist mit einer etwa zweistündigen Tour oft gut beraten. Das Boot fährt vom Hafen direkt in die bekannten Beobachtungsgebiete und kehrt anschließend zurück. Solche Fahrten sind auch für Familien interessant und eignen sich für Besucher, die nicht einen halben Tag auf dem Meer verbringen möchten.
Für eine einfache Gruppenfahrt sollte man ungefähr mit 25 bis 40 Euro pro Erwachsenen rechnen. Kinder erhalten bei vielen Veranstaltern reduzierte Tarife.
Katamarantouren mit Badestopp
Katamarane bieten mehr Platz und Bewegungsfreiheit und sind deshalb besonders bei Familien und größeren Gruppen beliebt. Typische Touren dauern etwa drei bis fünf Stunden. Nach der Wal- und Delfinbeobachtung wird häufig eine geschützte Bucht angesteuert, in der bei geeigneten Bedingungen gebadet werden kann.
Getränke und ein einfacher Snack oder eine Mahlzeit sind bei vielen längeren Touren im Preis enthalten. Rechne abhängig von Dauer und Leistungen ungefähr mit 40 bis 70 Euro pro Erwachsenen.
Segelboote und kleine Gruppen
Wer große Ausflugsschiffe vermeiden möchte, sollte nach Touren mit einem kleineren Segelboot oder Motorboot suchen. Die Gruppen sind überschaubarer, die Atmosphäre ruhiger und der Kontakt zum Guide meist persönlicher.
Diese Variante ist häufig teurer als eine klassische Katamarantour. Dafür eignet sie sich besonders für Reisende, die Wert auf eine ruhigere Naturbeobachtung legen.
Private Bootsausflüge
Eine private Charter ist interessant für Paare, Familien oder Freundesgruppen, die das Boot nicht mit anderen Gästen teilen möchten. Route und Dauer können je nach Anbieter flexibler gestaltet werden. Neben Whale Watching sind beispielsweise Badestopps oder eine Fahrt entlang der Küste möglich.
Private Touren kosten normalerweise mehrere hundert Euro pro Boot. Bei vier bis acht Personen kann der Preis pro Teilnehmer jedoch interessanter werden, als er zunächst erscheint.
Lohnt sich eine längere Tour nach Los Gigantes?
Wer genügend Zeit hat, sollte auch Touren vergleichen, die weiter in Richtung Los Gigantes und Masca fahren. Die gewaltigen Steilwände der Westküste wirken vom Meer besonders eindrucksvoll und unterscheiden sich deutlich von der dicht bebauten Küste von Costa Adeje.
Solche Touren dauern häufig vier bis fünf Stunden. Der Vorteil liegt in der Kombination: Man erlebt Whale Watching, eine längere Fahrt auf dem Atlantik, die spektakuläre Landschaft der Westküste und häufig zusätzlich einen Badestopp. Wer dagegen hauptsächlich Delfine und Grindwale beobachten möchte, braucht nicht unbedingt die längste Tour zu wählen.
Beste Tageszeit für eine Bootstour
Bootstouren finden auf Teneriffa das ganze Jahr über statt. Eine feste Tageszeit mit garantiert besseren Tiersichtungen gibt es nicht. Die Wale und Delfine bewegen sich frei und richten sich selbstverständlich nicht nach den Abfahrtszeiten der Ausflugsboote.
Für Menschen, die empfindlich auf Wellengang reagieren, kann eine Tour am Vormittag angenehm sein, da das Meer an manchen Tagen morgens ruhiger ist. Das ist jedoch keine feste Regel. Wind und Seegang sollten deshalb bei der Planung stärker berücksichtigt werden als die Uhrzeit.
Seekrankheit: Was sollte man beachten?
Auch bei Sonnenschein kann der Atlantik deutlich schwanken. Wer zu Seekrankheit neigt, sollte vor der Buchung überlegen, welche Art von Boot geeignet ist. Ein großer Katamaran bietet mehr Bewegungsfreiheit, während kleinere Boote die Wellen teilweise deutlicher spüren lassen.
- Vor der Tour eine leichte Mahlzeit essen.
- Alkohol vor der Abfahrt vermeiden.
- Möglichst draußen sitzen und auf den Horizont schauen.
- Nicht längere Zeit auf das Smartphone sehen.
- Bei bekannter Reiseübelkeit vorab in einer Apotheke nach einem geeigneten Mittel fragen.
Verantwortungsvolle Walbeobachtung und „Barco Azul“
Whale Watching ist auf den Kanarischen Inseln reguliert. Autorisierte Ausflugsboote zur touristischen Wal- und Delfinbeobachtung sind am offiziellen Kennzeichen „Barco Azul“ beziehungsweise „Blue Boat“ zu erkennen.
Bei der Auswahl einer Tour sollte man dieses Kennzeichen berücksichtigen. Seriöse Anbieter halten die vorgeschriebenen Abstände ein, schneiden den Tieren nicht den Weg ab und versuchen nicht, sie zu verfolgen oder zu berühren.
Schwimmen oder Tauchen mit wild lebenden Walen und Delfinen gehört nicht zu einer verantwortungsvollen Beobachtungstour. Auch das Füttern oder Anlocken der Tiere sollte kein seriöser Veranstalter anbieten.
Was kostet eine Bootstour auf Teneriffa?
Die Preise unterscheiden sich nach Boot, Dauer, Gruppengröße und enthaltenen Leistungen. Als grobe Orientierung sind folgende Bereiche realistisch:
- Kurze Tour von etwa 2 Stunden: ca. 25–40 Euro pro Erwachsenen
- Tour von etwa 3 Stunden: ca. 35–50 Euro
- 4–5 Stunden mit Badestopp und Verpflegung: ca. 50–70 Euro
- Kleine Gruppen oder Segeltouren: häufig ab 50–70 Euro
- Private Charter: mehrere hundert Euro pro Boot
Vor dem Preisvergleich sollte man kontrollieren, was tatsächlich enthalten ist. Hoteltransfer, Getränke, Essen oder zusätzliche Badezeit können einen scheinbar höheren Preis durchaus rechtfertigen.
Was sollte man auf eine Bootstour mitnehmen?
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
- Sonnenbrille und Kopfbedeckung
- Leichte Jacke gegen Fahrtwind
- Badesachen und Handtuch bei Touren mit Badestopp
- Kamera oder Smartphone
- Wasser, sofern Getränke nicht im Preis enthalten sind
Eine Jacke ist auch an warmen Tagen sinnvoll. Während es im Hafen angenehm warm sein kann, fühlt sich die Luft auf dem offenen Atlantik durch Wind und Fahrtgeschwindigkeit wesentlich kühler an.
Bootstour mit Kindern – welche Variante ist sinnvoll?
Für Familien ist eine Tour von zwei bis drei Stunden häufig die beste Wahl. Sie ist lang genug, um das Beobachtungsgebiet zu erreichen, aber kurz genug, damit kleinere Kinder nicht ungeduldig werden. Ein größerer Katamaran bietet normalerweise mehr Platz, Toiletten und teilweise schattige Sitzbereiche.
Bei Babys und sehr kleinen Kindern sollte man vor der Buchung direkt beim Veranstalter nach Mindestalter, Kinderwagen und Sicherheitsausrüstung fragen. Auch die Wetterbedingungen spielen eine Rolle: Ein ruhiger Tag ist mit kleinen Kindern deutlich angenehmer als eine Ausfahrt bei stärkerem Wind.
Praktische Tipps für die Buchung
- In Ferienzeiten und während der Hauptreisezeiten besser einige Tage vorher reservieren.
- Etwa 15 bis 30 Minuten vor Abfahrt am Treffpunkt erscheinen.
- Bei der Buchung genau prüfen, von welchem Hafen und welchem Steg das Boot startet.
- Nicht nur den Preis, sondern auch Dauer und Gruppengröße vergleichen.
- Auf die offizielle „Barco Azul“-Genehmigung für Whale Watching achten.
- Bei längeren Touren kontrollieren, ob Getränke, Essen und Transfer inklusive sind.
Fazit: Welche Bootstour auf Teneriffa ist die richtige?
Für die meisten Besucher ist eine zwei- bis dreistündige Wal- und Delfintour ab Puerto Colón oder Los Cristianos ein guter Einstieg. Wer vor allem Tiere beobachten möchte, braucht dafür keine ganztägige Fahrt. Familien und Reisende, die mehr Komfort wünschen, sind auf einem größeren Katamaran meist gut aufgehoben.
Eine längere Tour in Richtung Los Gigantes und Masca lohnt sich dagegen, wenn nicht nur Whale Watching, sondern auch die Landschaft der Westküste Teil des Erlebnisses sein soll. Kleine Segel- und Motorboote sind die bessere Wahl für Reisende, die eine persönlichere Atmosphäre und kleinere Gruppen bevorzugen.
Unabhängig von der Variante bleibt die Begegnung mit Walen und Delfinen in ihrem natürlichen Lebensraum etwas Besonderes. Zusammen mit dem Blick auf Teneriffas Vulkanlandschaft und den offenen Atlantik gehört eine verantwortungsvoll durchgeführte Bootstour zu den Erlebnissen, die man auf der Insel mindestens einmal gemacht haben sollte.



